
BUND begrüßt Erweiterung der Schutzzone als ersten Schritt
Wäre es nach dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegangen, hätten nicht tausende Bürger monatelang unter wachsendem Fluglärm leiden müssen. Aber lärmbedingte Gesundheitsschäden, Nervosität, Lernstörungen, Kreislaufbeschwerden und dergleichen scheinen die Betreiber des Flughafens ebenso wie die Landesdirektion nur dann zu interessieren, wenn Bürger anfangen, sich zu organisieren und den Protest gegen gesetzeswidrige Zustände unüberhörbar zu artikulieren.
Auf jeden Fall haben die Bemühungen der Jesewitzer Bürgerinitiative Gegenlärm Erfolg gehabt, die Dörfer Jesewitz, Weltewitz, Bötzen, Gallen und Teile von Wölpern wurden in die Nachtschutzzone aufgenommen. Damit können betroffene Bürger Ansprüche auf bauliche Schallschutzmaßnahmen jetzt leichter durchsetzen, am Lärm selbst hat sich nichts geändert. Offene Fenster in heißen Sommernächten sind nach wie vor unmöglich und gegen die tiefen Frequenzanteile und den Infraschall großer Flugzeuge gibt es sowieso keinen nachträglich realisierbaren Schallschutz. Außerdem fehlen immer noch konkrete Lärmmessungen an und in den Häusern der Betroffenen, die Erweiterung der Schutzzone ist wieder nur das Ergebnis von Modellrechnungen im Computer und haben mit der Realität erfahrungsgemäß nur wenig zu tun.
Deshalb ändert sich auch nichts an der Forderung des BUND an einem totalen Nachtflugverbot über besiedeltem Gebiet. Weder Soldaten, Urlauber noch Geburtstagspakete müssen in der Nacht transportiert werden. Und die Wirtschaft stellt sich sehr schnell darauf ein, eilige Waren ein paar Stunden früher auf den Weg zu bringen und damit den nächtlichen Lärm überflüssig zu machen. Was hilft es einem Unternehmen, wenn es mit Nachtflugbetrieb Gewinn macht, allerdings dafür gleichzeitig die Gesundheit seiner Mitarbeiter, deren Angehöriger und unbeteiligter Dritter schädigt. In einer sozialen Marktwirtschaft gilt es, die berechtigten Interessen aller Beteiligten unter einen Hut zu bringen.
BUND Regionalgruppe Eilenburg
Jörg Petersohn
Fon: 03423 60 38 66
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