BUND für Umwelt- und Naturschutz Deutschland,
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Sachsens Jagdminister Kupfer bläst das Halali zur Wolfsjagd

26.04.2010

BUND strikt gegen die Einstufung des Wolfes als jagdbares Tier


Auf dem Landesjägertag am 24.04.2010 hat Sachsens Staatsminister Kupfer wieder einmal dem Druck einer Landnutzerlobby nachgegeben, der Forderung der Jäger, den Wolf als jagdbares Tier einzustufen. Vor wenigen Jahren hatte der damalige Umweltminister Flath, den Wolf als ein „Geschenk” für Sachsen bezeichnet, die Politiker aus der Lausitz bezeichnen den Wolf werbewirksam als „Alleinstellungs-merkmal” . Jetzt ist Sachsens Jagdminister Kupfer dieses Geschenk zu „heiß” geworden und er reicht es weiter an die einzigen „potenziellen Feinde” des Wolfes, wie spricht da der Volksmund „Man hat den Bock zum Gärtner gemacht”.

Seine Begründung ist mehr als widersinnig:
Der Wolf wird als „jagdbares” Tier eingestuft, aber soll gleichzeitig auch künftig ganzjährig geschützt sein. Warum soll der Wolf jagdbar sein, wenn er gar nicht gejagt werden soll ?
Die Jäger sollen jetzt mit in das Wolfsmonitoring einbezogen werden, weil der Wolf künftig jagdbar sein soll. Diejenigen Jäger, die dem Wolf wohl gesonnen sind, haben sich bis jetzt auch am Wolfsmonitoring beteiligt . Wieso soll sich künftig auch die weitaus größere Anzahl der Jäger, die den Wolf als ihren „Jägerkonkurrenten” betrachten, am Wolfsschutz beteiligen ? Es besteht längst schon Einigkeit darin, dass bereits mehrere Wölfe in Sachsen von Jägern abgeschossen wurden.
Die Naturschützer bemühen sich auch um die Tier- und Pflanzenarten, die nicht im Naturschutzgesetzt als „geschützt” verankert sind !

Der Vorstoß vom Jagdminister Kupfer macht nur einen Sinn:
Der Wolf soll in Sachsen zum Abschuss freigegeben werden und da ist die Aufnahme ins Sächsische Jagdgesetz der erste Schritt dazu.
Nach dem Spruch „Wehret den Anfängen” wird der BUND Landesverband Sachsen all seine Möglichkeiten ausschöpfen, um die Einstufung des Wolfes als „jagdbares” Tier zu verhindern.

Der Wolf wird in Sachsen immer mehr zum „Spielball” politischer Interessenlobbys.

Der BUND Landesverband Sachsen sieht dagegen im Wolf einen Indikator, inwieweit wir als Gesellschaft bereit sind mit und nicht gegen die Natur zu leben.
Wir brauchen den Wolf, weil wir ihn nicht (als jagdbares Tier) gebrauchen können.

Wolfgang Riether
Landesgeschäftsführer BUND Sachsen e.V.,
Chemnitz, am 26.04.2010