
BUND kritisiert Arbeit der Genehmigungsbehörde
Mit scharfer Kritik an Antragsteller, Planer und Behörden reagiert Hans-Udo Weiland, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sachsen in einer 10-seitigen Stellungnahme auf die öffentlich ausgelegte Konzeption für eine neue Schweinemastanlage in Klitzschen, Gemeinde Mockrehna. Auf engstem Raum sollen unter tierquälerischen Bedingungen knapp 3.000 Schweine gleichzeitig gemästet werden. Gestank, gesundheitsschädigende Schadstoffe, Vergiftung der Umwelt mit Gülle und eine drastische Verschlechterung der Lebensqualität werden die Folgen für die betroffene Bevölkerung sein.
Die von der Staupitzer Agrarproduktions GmbH & Co KG eingereichten Antragsunterlagen weisen allerdings so erhebliche inhaltliche und qualitative Mängel auf, dass eine Genehmigung der Anlage aus Sicht des BUND ausgeschlossen ist. Allein die Tatsache, dass Planer und Antragsteller bewusst eine derart miserable Konzeption vorlegen und offensichtlich nicht gewillt sind, sich an geltendes Recht zu halten, beweist, dass es nur darum geht, unter Ausnutzung von öffentlichen Fördermitteln Profit zu machen. Dass das nur mit tierquälerischer Massentierhaltung, einer schwerwiegenden Schädigung der Umwelt und einer erheblichen gesundheitlichen Gefährdung der anwohnenden Menschen und Verbraucher erreicht werden kann, interessiert die Antragsteller offensichtlich überhaupt nicht. Damit aber legen sie die Vermutung nahe, dass ihnen die sittliche Reife und charakterliche Eignung zur Führung einer Schweinemastanlage fehlt. Dem Landratsamt Nordsachsen muss der Vorwurf gemacht werden, dass derart unzureichende Unterlagen bereits jetzt öffentlich ausgelegt werden, anstatt die Antragsteller dazu anzuhalten, die gesetzlich notwendigen Untersuchungen durchzuführen und die Planungen entsprechend den Ergebnissen zu revidieren. Es hat den Anschein, dass viele Mitarbeiter im Landratsamt selbst allerdings nicht in der Lage sind, die Unterlagen auf Vollständigkeit und minimal notwendige Qualität zu prüfen. Die Auswirkungen dieser Unfähigkeit haben dann die betroffenen Bürger zu ertragen. Es wäre nicht zuletzt nach den Erfahrungen mit dem skandalösen Verlauf des Erörterungstermins zur Schweinemastanlage Krippehna an der Zeit, dass sich die Führungsebene im Landratsamt einmal ernsthaft mit Fragen der fachlichen Qualifizierung und Motivation ihrer Mitarbeiter auseinander setzt.
Auf jeden Fall wird jetzt der Widerstand der breiten Bevölkerung unter dem Dach des BUND organisiert. Die Staupitzer Agrarproduktions GmbH wäre gut beraten, keine weiteres Geld in eine aussichtslose Planung zu stecken und statt dessen in zukunftsfähige ökologische Tierhaltung und Fleischerzeugung zu investieren.
Hans-Udo Weiland
BUND Sachsen e.V.
Landesvorsitzender
weiland@bund-sachsen.de
Fon: 03423 608424
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