Der BUND Sachsen holt die Dunkle Europäische Biene zurück


Zur Geschichte der Dunklen Biene

Apis mellifera mellifera Europa meemesilane pampli Áiel estonia Tauno Erik CC-BY-SA

Die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) war seit Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren in Mittel-, Nordost- und Nordeuropa die einzige einheimische Honigbiene, die als Wildtier in den Wäldern von Frankreich bis Sibirien lebte. Sie ist eine natürlich entstandene Rasse der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera).

Die frühen Imker*innen bearbeiteten die Völker zu Beginn der Imkerei in Stülpnerbeuten, in denen die Bienen die Möglichkeit des Naturwabenbaus hatten.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Durchkreuzung mit südlichen und östlichen Bienenrassen. Im Jahr 1937 wurden tausende von Königinnen aus dem österreichischen Kärnten (Apis mellifera carnica) importiert und die Dunkle Biene somit fast vollständig verdrängt. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Dunkle Biene in Deutschland nahezu ausgestorben.

Durch ihre Merkmale lässt sich die Dunkle Biene leicht von der „Südbiene“ unterscheiden:

  • große und breite Körperform
  • dunkle Grundfarbe mit schwachen schmalen Filzbinden
  • kaum gelbe Zeichnung
  • stumpfes Hinterleibs-Ende

Eigenschaften der Dunklen Biene

Imkern ist ohne Schutzkleidung möglich.
Imkern ist ohne Schutzkleidung möglich.

Mit der Dunklen Biene, auch Nordbiene genannt, lässt sich sehr angenehm arbeiten. Noch heute wird mit dieser Biene bis nördlich des Polarkreises und zum Ural erfolgreich geimkert. Auch wenn Schutzkleidung natürlich immer zu empfehlen ist, zeigt die Erfahrung, dass sich auch ohne diese gut mit der Biene imkern lässt. Die Bienen sitzen nicht zu fest auf der Wabe und lassen sich mit dosiertem Rauch bestens lenken.

Charakteristisch für das Wesen der Nordbiene sind ihr Fleiß, ihr Sanftmut sowie ihre Schwarmträgheit und Robustheit gegenüber Krankheiten. Sie besitzt gegenüber der Carnica ein größeres Spektrum an pollen- und nektarspendenden Pflanzenarten, die sie anfliegt. Darüber hinaus fliegt sie auch bei niedrigen Temperaturen sowie feuchtem Wetter und nutzt das Angebot der Frühtracht sehr gut.

Die Dunkle Biene ist langlebig und zeichnet sich durch eine große Winterhärte aus. Die an das raue Klima angepassten Biene übersteht die kalten Winter in Nordosteuropa problemlos. Sie ist sparsam im Umgang mit ihren Vorräten und zeigt eine gute Völkerentwicklung.

Gezielte Förderung der Dunklen Biene

Bienenkasten
Bienenkasten

Mit der Dunklen Biene lässt sich problemlos zeitgemäß imkern und in der modernen Magazinimkerei ist sie eine echte Alternative. Heute gibt es wieder zunehmend Bestrebungen, die gefährdete Dunkle Biene in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet anzusiedeln. Insbesondere zeigen Frankreich, die Schweiz, Irland und England sowie Schweden, Österreich und Polen ein großes Engagement, diese Bienen wieder in den Imkeralltag zu integrieren. Auf der schottischen Insel Colonsay wurde 2004 ein Schutzgebiet eingerichtet. Hier kommen weder Krankheiten wie die Faulbrut und Nosemose noch Schädlinge wie die Varroamilbe vor, noch werden hier andere Bienenrassen gezüchtet.

Im Jahre 2004 wurde die Dunkle Biene durch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zum gefährdetsten Nutztier des Jahres gekürt. Im Rahmen der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“, welche von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 – 2020 ausgerufen wurde, wird die Zucht der Dunklen Biene als vorbildliches Projekt eingestuft.

Die Förderung des Erhalts der Dunklen Biene ist wichtig für die genetische Vielfalt. Sie ist die ursprüngliche Biene in Deutschland und es ist anzunehmen, dass sie sich an die klimatischen Veränderungen gut anpassen kann. Dazu will der BUND einen Beitrag leisten. Immer mehr interessierte sächsische Imker *innen tauschen sich fachlich bei Standschauen über die vom Aussterben bedrohte Dunkle Biene aus. Das Ziel ist, die vorhandenen Restbestände von verschiedenen Herkünften der Mellifera zu vergleichen und für unsere Region eine angepasste Herkunft zu finden. Diese Völker werden durch künstliche Besamung erhalten und ggf. züchterisch bearbeitet.

Alle Bienenrassen haben ihre Existenzberechtigung. Mit imkerlichem Fleiß kommt es zu keinen nennenswerten Vermischungen und Kreuzungen. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass Bienenvölker aus reinrassigen Elternvölkern in der ersten Kreuzung F1 sehr stabil und fleißig sind. Die Erhaltung der Dunklen Biene ist für alle interessierten Imker*innen eine spannende Aufgabe.

Bienenglossar

  • Beute: Von Imker*innen für die Bienen bereitgestellte Behausung.
  • Magazinbeute: Sie setzt sich aus einer oder mehreren übereinander gestellten Kästen zusammen, die oben und unten offen sind (sogenannte Zargen). Diese bestehen aus Holz oder Kunststoff und haben abnehmbare Deckel sowie untergesetzte Böden.
  • Tracht: Pollen und Nektar, den die Bienen meist sortenrein von den Trachtpflanzen, z.B. Linde, sammeln und in die Beute eintragen. Der Nektar wird zu Honig verarbeitet, der Pollen dient als Eiweißnahrung bei der Zusammenstellung des Bienenlarvenfutters.
  • Varroamilbe: Vermehrung über parasitäre Lebensweise an den Bienenlarven, adulte Milben saugen an den Bienen. Hier sind sie mit bloßem Auge zu erkennen.

Die Dunkle Biene hautnah

Um den Erhalt der Dunklen Biene zu fördern, hat der BUND Sachsen einen Lehrbienenstand eingerichtet. Hier vermitteln wir das Wissen um die bedrohte Art.

Vor Ort können Sie den Honig der Dunklen Biene erwerben, durch dessen Verkauf wir den Erhalt unseres Bienenstandes finanzieren. Den Honig können Sie über den CJD e.V., Rittergut Neundorf, beziehen.

 

Besuchen Sie unseren Bienenstand oder melden Sie sich zu einer Führung an: dunkle.biene@bund-sachsen.de.

 

Anfahrtsskizzen zum Lehrbienenstand

Anfahrtsskizzen
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Werden Sie Bienenretter!

 

Der BUND Sachsen setzt sich für den Erhalt der Dunklen Biene und deren Förderung ein. Sie können unsere Arbeit durch eine Spende oder durch Ihre Mitgliedschaft beim BUND unterstützen.

(Scannen Sie den Code mit Ihren Telefon, um zu spenden!)



Pressemitteilungen zum Thema Artenschutz:






















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