Tagebau Nochten II

Anfang März 2014 segnete das sächsische Innenministerium die Erweiterung des Tagebaus Nochten II im sächsischen Teil der Lausitz ab. Diese Entscheidung stellt eine reale Bedrohung für einige sorbische Dorfgemeinschaften da, die im Zuge der Erweiterung umgesiedelt werden sollen. Hierzu gehören u.a. die Dörfer Slěpo (Schleife), Trjebin (Trebendorf) und Mułkecy (Mulkwitz). Insgesamt sind damit 1.600 Menschen direkt von der Umsiedlung betroffen.

 

Christian von Hirschhausen, Forschungsdirektor beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), welcher bereits im Vorfeld ein Gutachten zu dem Vorhaben verfasst hatte, bezeichnet die Erweiterung als nicht erforderlich:

„Die energiewirtschaftliche Rechtfertigung der Fortschreibung des Braunkohlenplanes Nochten (II) durch das 'Energieprogramm' (2004) bzw. den Entwurf des 'Energie- und Klimaprogramms' (2011) des Freistaates Sachsen ist angesichts der energiepolitischen Vorgaben der Energiewende nicht mehr zu halten. Vielmehr verfügen die Lausitz und der Standort Boxberg aufgrund rückläufiger Volllaststunden sowie der großen Entfernung zu den Lastzentren in Süddeutschland über strukturelle Wettbewerbsnachteile. Unseren Modellrechnungen zufolge beträgt der Braunkohlebedarf des Kraftwerks Boxberg bis 2045 356 Mio. Tonnen; davon können z.B. 249 Mio. Tonnen aus Nochten und 107 Mio. Tonnen aus Reichwalde geliefert werden. Damit verbleiben in 2045 in Nochten ca. 49 Mio. Tonnen und in Reichwalde ca. 206 Mio. Tonnen. Der Aufschluss des Tagebaus Nochten II ist somit energiewirtschaftlich nicht gerechtfertigt.“ (Hirschhausen, Berlin Schleife, 11. Dezember 2012)

Das Vorhaben stellt damit nicht nur eine außerordentliche soziokulturelle und ökologische Katastrophe dar, sondern entbehrt zudem jeglicher energiewirtschaftlicher Notwendigkeit.

Klage gegen Braunkohlenplan Nochten II eingereicht

Am 20.08.2014 reichte ein Klagebündnis aus Betroffenen und den Umweltverbänden BUND, Greenpeace und dem Bündnis „Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II“ Klage gegen den Braunkohlenplan Nochten II ein. Lesen Sie hier mehr.

Bilder der bergbaubedrohten Orte Rohne und Mulkwitz

Hier finden Sie Fotomaterial zu den Ortschaften Rohne und Mulkwitz. Diese Bilderstrecke soll aufzeigen, um was es geht, wenn der Tagebau Nochten II Realität wird. Die Einwohner müssten umgesiedelt werden und somit ihre Heimat verlassen. Aber auch Schutzlandschaften (Biotope) und Pflanzenarten wie das Winterlieb sind vom Abbaugebiet bedroht.

Ablauf der Einwendungsfrist gegen Nochten II

18.02.15 - Seit gestern ist die Möglichkeit zur Abgabe von Stellungnahmen und Einwendungen gegen die Erweiterung des Tagebaus Nochten beendet. Der BUND Sachsen, weitere Verbände sowie Privatpersonen geben in einem gemeinsamen Schreiben an das Sächsische Oberbergamt Freiberg ihre Einwände kund. Die anwaltliche Vertretung übernimmt Frau Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen.

Unsere Einwendung können Sie hier downloaden.

Musterstellungnahme für Planfeststellungsverfahren

Das Planfeststellungsverfahren für die Erweiterung des Tagebaus Nochten I und das Gebiet Nochten II hat begonnen.

Bis zum 18. Februar 2015 (Posteingang) können Sie eine Stellungnahme beim Oberbergamt in Freiberg abgeben.

Der BUND Sachsen hat eine Musterstellungnahme dazu vorbereitet, die Sie hier downloaden können.

Wenn Sie eine Stellungnahme abgeben, senden Sie uns bitte eine Kopie per Mail, Fax oder Brief an:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Landesverband Sachsen e.V.

 

Landesgeschäftsstelle

Brühl 60

09111 Chemnitz

Tel. +49 (0)371 301 477

Fax +49 (0)371 301 478

info@bund-sachsen.de

Eröffnung Planfeststellungsverfahren für Nochten II

05.01.15 - Vom 05. Januar bis 04. Februar lag der bergrechtliche Genehmigungsantrag (Rahmenbetriebsplan) für den Tagebau Nochten II im Sächsischen Oberbergamt in Freiberg aus. Die zur Einsicht verfügbaren Planfeststellungsunterlagen können Sie hier abrufen. Einwendungen können bis 18.02.15 an das Sächsische Oberbergamt Freiberg herangetragen werden. Nutzen Sie dafür unsere Musterstellungnahme.



Pressemitteilungen zum Thema Braunkohle:



















































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