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BUND Landesverband Sachsen

Schon 177 sächsische Kommunen praktizieren Insektenschutz

18. Dezember 2018 | BUND, Landwirtschaft, Umweltgifte

Deutschlandweit verzichten bereits über 460 Städte und Gemeinden auf chemisch-synthetische Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen. Damit tragen sie aktiv zum Schutz von Bienen und anderen Insekten bei. In Sachsen bewirtschaften inzwischen 177 Städte und Gemeinden ihre kommunalen Flächen ohne Pestizide.

 (Screenshot: BUND Sachsen)

Das ergab eine Umfrage des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Sachsen im Rahmen seiner Kampagne "Pestizidfreies Sachsen". Die Ergebnisse der Umfrage unter 421 sächsischen Kommunen hat der BUND Sachsen auf seiner Homepage in einer interaktiven Karte veröffentlicht. Bürger*innen können hier nachvollziehen, wie es um den Einsatz von Pestiziden in ihrer Gemeinde steht, Informationen ergänzen und ihre Bürgermeister*innen anschreiben und bitten, auf Pestizidnutzung zu verzichten.

Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, unterstreicht diese Bitte an die Bürgerinnen und Bürger: „Wenn die kommunalen Flächen und oft auch noch die kommunal an Landwirte verpachteten Flächen pestizidfrei werden, gibt es eine Chance, zumindest dort die Artenvielfalt zu erhalten, die auf Sachsens Äckern bereits stark geschädigt ist.“ Ein bereits vorformuliertes Anschreiben steht dazu auf der Seite des BUND Sachsen zum Download bereit.

Auch auf Landesebene will der Verband Einfluss nehmen, um die entsprechenden Weichen für einen Verzicht auf Pestizide zu stellen. „Damit können wir nicht nur das Insektensterben eindämmen, sondern auch die bislang missachteten Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie besser einhalten“, sagt Felix Ekardt. Für die Landesebene bittet der BUND Sachsen darum, Falter zu falten, und diese entweder zu fotografieren und das Foto oder gleich auch den Falter an das Hauptstadtbüro in Dresden zu schicken. Die gefalteten Falter und Fotos werden im Frühjahr 2019 als Collage an Staatsminister Thomas Schmidt übergeben, um den Forderungen des BUND Sachsen nach einem pestizidfreien Sachsen auch bildlich Nachdruck zu verleihen.

Chemisch-synthetische Pestizide werden produziert und eingesetzt, um Beikräuter oder unerwünschte Insekten zu vernichten. Sie schädigen jedoch nicht nur diese Zielorganismen, sondern töten auch Nützlinge wie Bienen, Schmetterlinge und Wildkräuter, die wiederum wichtige Nahrungsquellen für Insekten sind. Das Insektensterben gefährdet andere Tierarten, die sich von Insekten ernähren und beeinträchtigt letztendlich die Lebensmittelproduktion für Menschen. Der monetäre Wert der Insekten-Bestäuberleistung in Europa beträgt zurzeit etwa 22 Milliarden Euro pro Jahr und nicht zuletzt hängen auch hunderttausende Arbeitsplätze in der EU an dieser Leistung.

Seit dem 1. Dezember 2017 dokumentiert der BUND deutschlandweit pestizidfreie Kommunen in einer interaktiven Karte. Vor einem Jahr wurde diese Karte mit damals 90 Städten und Gemeinden veröffentlicht. Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der dort aufgeführten Kommunen verfünffacht.

Weitere Informationen:
www.sachsen-pestizidfrei.de
www.bund.net/pestizidfreie_kommune

Pressekontakt:
Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

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