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BUND Landesverband Sachsen

Wildkätzchen im Wald lassen! BUND fordert: Abstand wahren und Rückzugsräume erhalten

10. Mai 2017 | , Wälder, Naturschutz, Wildkatze

Derzeit bringen die Wildkatzen in Sachsens naturnahen Wäldern – beispielsweise im Leipziger Auwald, in der Dübener Heide und im Vogtland − ihre Jungen zur Welt. Auch wenn sie allein und scheinbar mutterlos gefunden werden, empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dringend, die Tiere nicht anzufassen oder gar mitzunehmen.

Derzeit bringen die Wildkatzen in Sachsens naturnahen Wäldern – beispielsweise im Leipziger Auwald, in der Dübener Heide und im Vogtland − ihre Jungen zur Welt. Auch wenn sie allein und scheinbar mutterlos gefunden werden, empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dringend, die Tiere nicht anzufassen oder gar mitzunehmen. „Immer wieder erleben wir, dass besorgte Spaziergänger oder Wanderer die jungen Kätzchen auflesen und zu Tierärzten oder Schutzstationen bringen“, erläutert Almut Gaisbauer, Wildkatzenexpertin des BUND Sachsen. „Dabei ist die Mutter in der Regel gerade auf der Jagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe. Deshalb raten wir unbedingt dazu, die Tiere wenn überhaupt nur kurz aus größerer Entfernung zu beobachten und in Ruhe zu lassen.“

Oftmals werden die grau getigerten Wildkätzchen für Hauskatzen-Nachwuchs gehalten. „Bei den jungen Wildkatzen fällt die Unterscheidung zu Hauskatzen besonders schwer“, erklärt Gaisbauer. „Werden sie älter, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Schwanzspitze als Wildkatze erkennbar.“

Verborgen in Baumhöhlen oder im dichten Gebüsch verbringen die Kätzchen ihre ersten Lebenstage. Nach kurzer Zeit erkunden sie bereits in immer weiteren Kreisen die Umgebung. Da oftmals natürliche Wurf- und Ruheplätze fehlen, nutzen Wildkatzenmütter immer wieder auch Holzstapel, sogenannte Holzpolter, als Versteck für ihre Jungen. „Wenn diese in der Aufzuchtzeit der Wildkätzchen abgeräumt werden, kommen immer wieder junge Wildkatzen um“, erläutert Gaisbauer. „Wir fordern deswegen Förster und Waldbesitzer auf, die Beräumung der Holzpolter erst im September zu starten oder die gewonnenen Baumstämme sofort und ohne Zwischenlagerung im Wald abzutransportieren, um dieses Risiko für die gefährdete Wildkatze zu verringern.“

Die Wildkatze war einst fast ausgerottet. „Ihre größte Bedrohung ist die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch Ackerflächen, Straßen und Siedlungen”, führt Gaisbauer aus. „Damit die isolierten Populationen und viele andere gefährdete Tiere eine echte Überlebenschance haben, ist dringend ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Wäldern notwendig. Der BUND fordert seitens der Politik deshalb eine bessere Vernetzung natürlicher Lebensräume in Deutschland und eine ambitionierte Umsetzung des Biotopverbundes in Sachsen.“

Weitere Informationen:
Die Wildkatze ist in Sachsen vor allem im Leipziger Auwald, in der Dübener Heide sowie im Vogtland beheimatet. Eine druckfähige Karte zur Verbreitung der Wildkatze in Deutschland finden Sie unter www.bund-sachsen.de/themen_projekte/rettungsnetz_wildkatze/europaeische_wildkatze/verbreitung

Wer Wildkatzenjunge gesehen hat, kann dies dem BUND Sachsen melden:
www.bund-sachsen.de/wildkatzenmeldung

Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos, © siehe Fotobeschreibung

Pressekontakt:
Almut Gaisbauer, Projektkoordinatorin Rettungsnetz Wildkatze des BUND Sachsen, Tel. 0157/ 57 95 38 82, wildkatzensprung(at)bund-sachsen.de

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