BUND Landesverband Sachsen

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx)

Steckbrief

Foto: Andreas Heiland

Aussehen: Fellfärbung variiert je nach Jahreszeit und Region: das Sommerfell ist meist rötlich braun und die Flecken sind stärker ausgeprägt, das Winterfell ist dichter und bräunlich-grau gefärbt; breiter Backenbart; ca. 4 cm lange „Pinsel“ auf den Ohrspitzen; Stummelschwanz mit schwarzer Spitze; hochbeinig, jeder Luchs weist eine individuelle Fleckenzeichnung auf

Aktivität: dämmerungs- und nachtaktiv

Körperlänge: 80-120 cm

Schulterhöhe: 50-70 cm, etwa wie ein Schäferhund

Gewicht: 15-25 kg (Männchen schwerer als Weibchen)

Paarungszeit: Februar bis April

Tragzeit: ca. 70 Tage

Wurfzeit: zwischen Mai und Juni, durchschnittlich zwei Jungtiere

Nahrung: hauptsächlich Rehe, mitunter auch Rotwildkälber oder Wildschwein-Frischlinge; Mufflons, Hasen, Füchse, kleinere Säugetiere und Vögel; selten Risse von Haus- oder Nutztieren

Spuren: typischer Katzenabdruck: ohne Krallen, größer als der Pfotenabdruck eines Fuchses und kleiner als der eines Wolfs, Vorderpfoten größer als Hinterpfoten

Alter: in der Natur bis zu 17 Jahre, in Gefangenschaft über 20 Jahre

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Lebensraum der Luchse

© Andreas Heiland

Luchse bevorzugen Waldgebiete mit einem hohen Angebot an potenzieller Beute und genug Unterholz, um Deckung zu finden und um ihren Nachwuchs sicher großzuziehen. Dabei sind sie nicht wählerisch und fühlen sich in allen Waldtypen wohl. So findet man sie sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern, in Gebirgen und im Tiefland. Felsen und andere Erhöhungen dienen tagsüber als Sonnenplätze und zum Ausruhen.

Luchse sind ebenso anpassungsfähig und finden sich auch in der Kulturlandschaft zurecht. So können die Pinselohren auch auf an Wälder angrenzenden Wiesen und Feldern Beute und Unterschlupf finden.

Verbreitung der Luchse

Das heutige Luchsvorkommen in Deutschland beruht auf Wiederansiedlungsprojekte und liegt hauptsächlich im Harz und im Bayrischen Wald. Seit 2016 werden Luchse auch im Pfälzerwald erfolgreich wiederangesiedelt.

Einzelne Tiere werden auch immer wieder in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen nachgewiesen. In Sachsen werden bereits seit den 1960er Jahren einzelne Luchse nachgewiesen. In den 1990er Jahren wurden die scheuen Waldbewohner hauptsächlich in der Sächsischen Schweiz und im Oberen Osterzgebirge gesichtet, wobei diese Tiere vermutlich aus Tschechien stammten.

In den letzten Jahren hat sich die Nachweislage in das Ost- bzw. Westerzgebirge verlagert. Seit 2013 ist im westlichen Erzgebirge, bei Johanngeorgenstadt, ein einzelner männlicher Luchs ansässig, dessen Revier vermutlich auch auf der Tschechischen Seite verläuft. Seit 2019 gibt es jedoch keinen gesicherten Nachweis mehr von diesem Männchen.

Verbreitungsgebiet Luchs in Deutschland

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