Kohleausstieg: Klimawandel und CO2-Budget

21. März 2023 | Kohle, Klimawandel, Energiewende

Klimawandel und CO2-Budget – warum der Kohleausstieg in Sachsen bis 2030 gelingen muss

Kohleabbau in Sachsen In Sachsen ist der Kohleabbau tief verwurzelt ©Adobe Stock/ Rüdiger Schulz

Dresden. Die Pläne der grünen Bundestagsfraktion zum Kohleausstieg vor 2038 auch in den neuen Bundesländern verstärken die Diskussionen um Strukturwandel, Energiesicherheit und Klimaschutz. Der BUND Sachsen sieht darin Chancen, den Freistaat nicht länger das Schlusslicht der Energiewende sein zu lassen.

Der soeben veröffentlichte Synthesebericht zum sechsten IPCC-Sachstandsbericht von 2022 macht einmal mehr deutlich: Jeder Tag, an dem wir unseren Klimagasausstoß reduzieren, zählt. Jeder Tag, an dem weniger Kohle, Öl und Gas verfeuert wird, erhöht unsere Chancen, die Erderwärmung zumindest noch halbwegs zu begrenzen. Allerdings ist letztlich nicht das Ausstiegsjahr entscheidend, sondern die Menge an Treibhausgasen, die in den Jahren bis dahin noch in die Atmosphäre entlassen wird.

Professor Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen: „Aus ökologischer Perspektive ist ein auf 2030 vorgezogener Kohleausstieg eine absolute Mindestforderung. Gemessen an der 1,5-Grad-Grenze, die verfassungsrechtlich und im Pariser Klima-Abkommen vorgegeben ist, müsste es eigentlich noch schneller gehen. Auch betriebswirtschaftlich wird sich die Kohle für die Unternehmen wegen des verbesserten EU-Emissionshandels schon in wenigen Jahren nicht mehr rechnen, vermutlich schon vor 2030. Insofern sprechen die Grünen das aus, was wohl ohnehin kommen wird. Deshalb gilt es jetzt, die Weichen zu stellen. Sachsen hat das Potential, Sonnen- und Windenergie massiv zu fördern, Speichermodelle zu entwickeln, Arbeitsplätze zu generieren und den eigenen Treibhausgasausstoß deutlich zu reduzieren.“

In den Blick nehmen muss man deshalb auch den fortschreitenden Strukturwandel in den alten Bergbauregionen sowie dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Der BUND setzt sich dafür ein, dass Braunkohlekonzerne langfristig für die Folgen und Kosten der Tagebaue geradestehen müssen. Da die Kohle ohnehin in Kürze betriebswirtschaftlich unrentabel wird, dürfen den fossilen Konzernen keinesfalls weitere Milliarden an Entschädigungen versprochen werden. Vielmehr wird das Geld benötigt, um etwa neue Infrastruktur für regenerative Energien zu schaffen oder nachhaltige Gewerbe- und Tourismuskonzepte zu fördern.

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