BUND Landesverband Sachsen

Gemeinsam Grüne Wege gehen

Das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ hat sich eine Gewässerrenaturierung einhergehend mit der Pflanzung eines Wildkatzenkorridors entlang der Lossa zum Ziel gesetzt. Zusammen mit der Gemeinde Lossatal und dem Agrarbetrieb Carlowitz KG soll der erste „Grüne Weg“ in Sachsen umgesetzt werden. Darüber hinaus sollen auch weitere Akteur*innen vernetzt und das Projekt öffentlichkeitswirksam begleitet werden.

Wildkatzen und Gewässerrenaturierung

©Christiane Bohn

Die Fragmentierung und Zerschneidung der Landschaft gilt als wesentliche Ursache für den Rückgang von Flora, Fauna und Funktionalität der Ökosysteme sowie dem Verlust der Biologischen Vielfalt. Der Gesetzgeber sieht daher laut § 20 und § 21 des Bundesnaturschutzgesetzes vor, dass auf mindestens 10 % der Landesfläche von Deutschland ein funktionierender Verbund von Lebensräumen wiederhergestellt werden soll. Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) dient dabei als eine Leitart für den Waldverbund in Deutschland und in Sachsen. Denn von Wildkatzenkorridoren profitieren nicht nur die scheuen Raubtiere, sondern auch viele weitere kleine und große waldgebundene Arten. Bei ihrer Wanderung orientiert sich die Wildkatze häufig an linearen Strukturen in der Landschaft wie beispielsweise Gewässerläufe und ist dabei keineswegs wasserscheu. Daher bietet es sich an, Wildkatzenkorridore mit Gewässerrenaturierungen zu kombinieren.

Umsetzung eines Grünen Weges – Pilotprojekt Lossa

©BUND Sachsen / Theresa Warnk

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lossatal, dem Agrarbetrieb Carlowitz KG und weiteren Flächeneigentümer*innen möchte der BUND Sachsen einen „Grünen Weg“ entlang der Lossa östlich der Ortschaft Heyda umsetzen – der erste Wildkatzenkorridor in Sachsen. Das Projekt konzentriert sich damit auf die Wiedervernetzung der Waldgebiete Dahlener Heide und Wermsdorfer Forst.

Die Renaturierung der Lossa wird am Strahlursprung auf einer Länge von ca. 770 m stattfinden. Der Strahlurspruch zeichnet sich durch einem dem Gewässertyp entsprechenden Arten- und Individuenreichtum aus. Wenn sich dieser in einem sehr guten ökologischen Zustand befindet, hat das auch positive Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Gewässers.

Durch entsprechende Maßnahmen soll die Lossa sukzessiv wieder in ihren gewässertypspezifischen Zustand gebracht werden. Dafür sollen auch Flächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen werden. Eine Initialpflanzung aus Bäumen und Büschen soll bei der Entstehung einer natürlichen Begleitstruktur helfen. Diese naturnahe Entwicklung der Lossa begünstigt dabei nicht nur die Entstehung von vielfältigen Habitaten, sondern kommt auch der Biotopverbundfunktion für die Leitart Wildkatze zu Gute.

Die Umsetzung der Maßnahmen soll beispielhaft in Form von Bauseminaren und einem großen Pflanzfest umgesetzt werden und als Vorzeigebeispiel für andere Gemeinden und Regionen dienen. Nur gemeinsam können solche großen Projekte zum Schutz der biologischen Vielfalt gelingen.

Netzwerkaufbau – Vernetzung von Akteur*innen

©BUND Sachsen

Die erfolgreiche Umsetzung von Wildkatzenkorridoren scheitert meist an der Flächenverfügbarkeit. Daher möchte der BUND Sachsen als weiteres Ziel des Projektes ein Netzwerk aufbauen und neue Akteur*innen gewinnen, sodass diese ihre Fläche ebenfalls für die Umsetzung von „Grünen Wegen“ zur Verfügung stellen. Akteur*innen, die Flächen zur Verfügung stellen und eine Bereitschaftserklärung unterzeichnen oder den BUND Sachsen bei der Umsetzung maßgeblich unterstützen, sollen in Form einer kleinen Ehrungsplakette gewürdigt werden.

Projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit

©BUND Sachsen

Das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze – Gemeinsam Grüne Wege gehen“ soll öffentlichkeitswirksam begleitet werden. Dafür möchte der BUND Sachsen einen Lehrpfad bei Heyda installieren, auf dem an verschiedenen Stationen Themen wie der Biotopverbund oder Gewässerrenaturierung erklärt und Wissenswertes über die Leitart Wildkatze spielerisch vermittelt werden. Eine Station wird sich dabei an dem umgesetzten Korridor befinden, um die Maßnahme vorzustellen. Des Weiteren soll zusammen mit den Projektpartnern ein Imagefilm gedreht werden, welcher das gemeinsame Projekt vorstellt und kurze Statements enthalten soll. Ein großes Pflanzfest mit offiziellem Spatenstich soll ebenfalls stattfinden. Dies bietet für freiwillige Wildkatzenretter*innen sowie Akteur*innen aus der Region die Möglichkeit aktiv bei der Umsetzung zu helfen.

Durch die nachhaltige Vermittlung von Wissen und der aktiven Umsetzung des Wildkatzenkorridors bleibt das Netzwerk Rettungsnetz Wildkatze auch über die Projektlaufzeit hinaus in der Region verankert.

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Ansprechpartnerin

Almut Gaisbauer

Projektleiterin Rettungsnetz Wildkatze
Bernhard-Göring-Straße 152 04277 Leipzig E-Mail schreiben Tel.: 0341-3065 396 Mobil: 0157-579 538 82

Ansprechpartnerin

Marlen Schmid

Mitarbeiterin im Wildkatzenprojekt
E-Mail schreiben Tel.: 0341-3065 396 Mobil: 0157-579 538 82

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