Stellungnahme Bebauungsplan Nr. 96/21 „Gewerbegebiet Dresdner Straße“, Stadt Chemnitz

08. Februar 2019 | BUND, Stellungnahmen

Durch das vorgesehene Gewerbegebiet verläuft der Korridor für den Radweg nach Chemnitz-Hilbersdorf und -Ebersdorf sowie weiter nach Flöha, Frankenberg, Oederan, Hainichen und Mittweida. Laut Berechnung zum verkehrlichen Nachweis von Radschnellwegen durch die Stadtverwaltung Chemnitz erfüllt diese Radschnellverbindung bis an die Zschopau die Anforderungen an einen bundesweiten Radschnellweg

Sehr geehrte Damen und Herren,

der BUND LV Sachsen e.V., Regionalgruppe Chemnitz bedankt sich für die Beteiligung an diesem Vorhaben und nimmt wie folgt Stellung:

Der mangelnde Bau von Radwegen gehört zu den meistdiskutierten Problemen in Chemnitz. (vergleiche Freie Presse 8.2.19) Durch das vorgesehene Gewerbegebiet verläuft der Korridor für den Radweg nach Chemnitz-Hilbersdorf und -Ebersdorf sowie weiter nach Flöha, Frankenberg, Oederan, Hainichen und Mittweida. Laut Berechnung zum verkehrlichen Nachweis von Radschnellwegen durch die Stadtverwaltung Chemnitz erfüllt diese Radschnellverbindung bis an die Zschopau die Anforderungen an einen bundesweiten Radschnellweg. In Verlängerung der bereits gemeldeten Trasse von Limbach-Oberfrohna bis Stadtzentrum Chemnitz sollte der Abschnitt von der Stadtverwaltung Chemnitz als Verlängerung der Trasse nachgemeldet werden.

Wir erwarten eine Einarbeitung der Trasse kommend von der Bazillenröhre ab Bahnreparaturwerk/Dresdner Straße. In Frage kommt eine Trassierung an der westlichen Gewerbegebietsgrenze entlang zur Brücke Bebelstraße und von dort weiter zur Einmündung der Hilbersdorfer Straße. Ebenso möglich ist eine Führung unter Mitnutzung der Erschließungsstraße im Gewerbegebiet mit Anbindung an die Hilbersdorfer Straße unter zusätzlicher Festsetzung der Freihaltung eines Korridors zur Brücke Bebelstraße. Eine Verlegung um das Gebiet herum als Begründung für mangelnde Einarbeitung in den Bebauungsplan lehnen wir entschieden ab, da diese weder zielführend noch überhaupt umsetzbar ist. Gemäß bundesweitem Regelwerk erwarten wir eine Einarbeitung von 6m Breite für die Fläche eines Radschnellwegs mit begleitendem Gehweg.

Als einzig realistische Trassierung für eine Radschnellverbindung steht das ehemalige Instandhaltungsgleis der Eisenbahn zur Verfügung, mit noch verfügbaren Brücken über die Emilienstraße und die Frankenberger Straße. Ein Zugang zum ehemaligen Gleiskörper über die Hilbersdorfer Straße (vormalige Fläche Baustoffhandel Mühl) und über eine neu zu errichtende Brücke über die Bebelstraße muss jeweils planerisch ermöglicht werden. Der Geländesprung an der Einmündung der Hilbersdorfer Straße beträgt zur jetzigen Zufahrt zum Gewerbegebiet 2m und zur Fläche des Gewerbegebiets 1,50m. Die Anbindung ist also problemlos möglich.

Die Schaffung der Stufe 3 des Chemnitzer Modells lässt auf der August- Bebel- Straße keinen Raum für die Einordnung eines attraktiven Radwegs. Quartiersbezogener Radverkehr lässt sich hier durch einen gemeinsamen Rad-Gehweg auf der Südseite der Straße gerade noch unterbringen. Eine Umgehung des Gewerbegebiets durch oben genannte Radwegtrasse ist also unmöglich.

Alle demokratischen Parteien des Chemnitzer Stadtrates haben sich ausdrücklich zur Schaffung separat geführter Radwegtrassen bekannt. Weswegen die zu sichernden Korridore dennoch regelmäßig bei den erstellten Bebauungsplanentwürfen weggelassen werden, unter der Aussage: die sollen doch wo anders langfahren, erschließt sich uns nicht. (Beispiele: B-Plan Paul- Jäkel- Straße, Bplan Solarpark Hilbersdorf)

Durch die Zurückstellung der Stufe drei des Chemnitzer Modells sind vermutlich die Modalitäten der Trassierung noch nicht näher untersucht worden. Da der Thomas- Mann- Platz allerdings zu den Fixpunkten der Trasse gehört, möchten wir auf folgendes Problem hinweisen:

An der Sachsenallee erfährt die Dresdner Straße eine Engstelle zwischen den Gebäudekanten, welche nicht genug Breite bietet, um einschließlich Straßenbahntrasse alle Verkehrsarten unterzubringen. Wir erwarten deshalb die verkehrsplanerische Untersuchung der Einrichtung eines Kreisverkehrs im Bereich der ehemaligen Verknüpfung zwischen Hainstraße und Dresdner Straße.

In diesem Bereich ist ja die Anbindung der Erschließung des Gewerbegebiets vorgesehen. Von diesem Kreisverkehr könnten Verkehrsströme zukünftig über die Hainstraße abgeleitet werden. Eine Führung der Straßenbahn über den Knoten am Thomas-Mann -Platz würde somit ermöglicht oder zumindest erleichtert. Durch die Erfordernisse der Anbindung des Gewerbegebiets und weiterer Bauabsichten im Bereich ist diese Thematik dringend bereits jetzt zu untersuchen.

Mit verBUNDenen Grüßen

Reiner Amme

Verkehrspol. Sprecher der RG Chemnitz

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