Sehr geehrte Frau Uhlig,
unser Verband bedankt sich für die Einräumung des Mitspracherechtes bei diesem Vorhaben. Der Gesunde Zukunft | BUND Sachsen e.V. RG der Lk Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz ist vom BUND Landesverband Sachsen e.V. bevollmächtigt, zu den Unterlagen Stellung zu nehmen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz erhebt gegen die Erweiterung des "Einkaufszentrum Husarenhof" folgende Einwände:
- Nach unserem Empfinden betrachtet die beigefügte Analyse der Wirtschaftsberater BBB das Vorhaben vornehmlich aus Sicht des Investors und der Handelseinrichtungen, stadtplanerische Bedenken aus der Sicht einer lebenswerten Stadt als Ganzes werden eher verhalten angesprochen.
- Auch wenn die Flächenerhöhung der Großmärkte im Planbereich zum Teil auf eine großzügigere Verteilung (mehr Freiräume zwischen den Regalen) zurückzuführen sein soll, ist dennoch mit einer erheblichen Erweiterung des Sortiments zu rechnen. Diese Erweiterung geht nach unserer Auffassung wesentlich zu Lasten des übrigen Einzelhandels in der Stadt und der näheren Umgebung. Das Vorhaben ist für die Entwicklung einer lebendigen Stadtstruktur kontraproduktiv. Bereits die bestehenden Flächen gehen weit über die notwendigen Kapazitäten eines Nahversorgungszentrums hinaus. Die Erweiterung z.B. des Bio-Produkte-Angebotes im EDEKA-Markt wird sich nachhaltig auf die anderen kleineren Anbieter dieses Zweiges auswirken.
- Auch aus klimapolitischer Sicht (Verlängerung der Wegstrecken) ist eine weitere Konzentration des Einzelhandels nicht zu wünschen, da die Erweiterung wohl vornehmlich auf die Vergrößerung des Einzugsbereiches gerichtet ist.
- Das Einkaufszentrum befindet sich in einem eher noch gut durchgrünten Bereich der Stadt. Bis auf die kaum sichtbaren Sträucher, die sich straßenseitig um den Edeka-Markt befinden, findet man im Bereich des Einkaufszentrums keinen einzigen Baum und keinen Strauch. Dem jetzigen Aussehen des Objektes fehlt u.E. darüber hinaus jeder städteplanerischer Gestaltungswillen, zumal wenn die mit viel Liebe und Ideenreichtum gestalteten Villen der Umgebung mit ihren umgebenden Gärten gegenübergestellt werden. Es gibt in den Unterlagen keinen Hinweis darauf, dass sich die Situation ändern wird, sie könnte sich eher auf ein noch größeres Gebiet ausweiten. Merkmale, die für ein lebenswertes, auf zukünftige Ansprüche ausgerichtetes Stadtteilzentrum – wie es der Projektstandort ja nach den übergeordneten Stadtplanungsunterlagen sein sollte – typisch sind, sind im heutigen Zustand nicht ansatzweise zu finden, es ist eher ein Fremdkörper im Wohngebiet.
Mit freundlichen Grüßen
Gesunde Zukunft | BUND Sachsen e.V. RG der LK Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz
Siegfried Kühn, Volker Kurz
