Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Sachsen e.V. bedankt sich für die Beteiligung im o.g. Verfahren und nimmt vertreten durch die für die Erarbeitung einer Stellungnahme im vorliegenden Fall zuständige Regionalgruppe Freiberg nachfolgend wie folgt Stellung:
Das Vorhaben wird wegen fehlendem Bedarf sowie fehlenden Angaben zum besonderen Artenschutz sowie zum Eingriffsausgleich abgelehnt.
Zur Begründung der Ablehnung schließen wir uns den vorgebrachten Einwendungen des Naturschutzverbands Sachsen e.V. mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 an. Zudem verweisen wir, ebenso wie der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. auf den Entsiegelungserlass des SMUL vom 11.12. 2000 und die daraus abzuleitenden Konsequenzen.
Die Vorstellung des Vorhabens bleibt hinter den selbst formulierten Ansprüchen der Stadt Freiberg und der Landesregierung des Freistaates Sachsen hinsichtlich des Stellenwertes von „Nachhaltigkeit“ zurück. Innerörtlichen Brachflächen kommt in der Zeit der Artenarmut im ländlichen Raum, bedingt durch Landwirtschaft und bauliche Eingriffe, auch nach Auffassung der Wissenschaft eine erhebliche Bedeutung zu. Die im Vorfeld erfolgten Rodungen, Abholzungen gleich, stellen keine Maßnahme dar, die geeignet ist, Vertrauen hinsichtlich der weiteren Ausführung umweltorientierter Politik der Stadt Freiberg entstehen zu lassen. Die Stadt Freiberg sollte daher ernsthaft erwägen, die 2013 durch die PEFC erhaltene Auszeichnung als „Waldhauptstadt“ zurückzugeben.
Ferner sollte im weiteren Fortgang der Erörterungen beispielhaft die Entwicklung der Stadt Zwiesel in Niederbayern beleuchtet werden, auch wenn die Einwohnerzahl deutlich unter der von Freiberg liegt. Der Ausbau von Einkaufszentren in städtischen Randlagen hat hier zu einer Verödung der Innenstadt geführt, die bei Verwirklichung des Vorhabens auch für Freiberg zu befürchten ist. Stattdessen sollten Initiativen der Freiberger Wirtschaft (insb. d. Gewerbeverein Freiberg e.V.) zur Belebung innerstädtischer Gewerbeflächen nachhaltig unterstützt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Norman Pohl
Vors. RG Freiberg
