Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V., nimmt zum o. g. Vorhaben wie folgt Stellung.
Unsere Kritik aus der 1. Stellungnahme, bzgl. des nicht zeitnah kompensierbaren Lebensraumverlustes aufgrund der Beseitigung eines Großteils der Streuobstwiese, erhalten wir aufrecht. Die Neupflanzung auf Flurstück 153b wird bis zur vollständigen Wiederherstellung der Habitatfunktionen Jahrzehnte benötigen.
Um den Schaden für die betroffenen Arten zumindest zu minimieren, schlagen wir zusätzliche Maßnahmen vor, welche die ohnehin vorgesehene öBB umsetzen kann:
- Bei Fund xylobionter Käfer sind die betroffenen Stammabschnitte großzügig zu entnehmen und in die Rumpffläche der Streuobstwiese oder andere geeignete Bereiche zu verbringen.
- Bei Vorhandensein von Bruthöhlen oder Fledermausquartieren sollte das Umland auf die Schaffung von Ersatzquartieren/Nisthilfen überprüft werden. Dabei sind die Hinweise der Bayerischen Koordinationsstelle für Fledermausschutz hilfreich:
„Die Ergebnisauswertung zeigt, dass die [neu ausgebrachten] Kastengruppen nicht immer besiedelt sind und nur selten zur Reproduktion genutzt werden: Wochenstuben oder Jungtiergruppen wurden nur in 17% aller Kastengruppen nachgewiesen. Weitere 42% wurden zumindest regelmäßig von einzelnen Fledermäusen oder Paarungsgruppen bezogen. In den übrigen Fällen (41%) konnten allenfalls sporadisch Einzeltiere angetroffen werden. Als entscheidende Faktoren für die Besiedlung erwiesen sich Alter und Größe einer Kastengruppe sowie ein bereits bestehendes Angebot älterer Kästen: Kleine Kastengruppen (bis zehn Kästen) werden deutlich seltener von Fledermäusen genutzt als große Gruppen (über 30 Kästen). Ältere Kästen (sechs bis zehn Jahre oder älter) wiesen höhere Besiedlungsgrade auf als jüngere. Fehlten ältere Kästen vor der Anbringung der neuen Fledermauskästen, wurden in den ersten zehn Jahren in deutlich weniger Kastengruppen überhaupt Fledermäuse nachgewiesen; Wochenstuben traten hier gar nicht auf.“[1]
Mit freundlichen Grüßen
Dr. David Greve
Landesgeschäftsführer
[1] Zahn, A. & Hammer, M. (2016): Zur Wirksamkeit von Fledermauskästen als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme – ANLiegen Natur 39(1): 27–35, Laufen
