Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bedanken uns für die Zusendung des o.g. Bebauungsplanes §4b BauGB.
auf einer Waldfläche, in diesem Fall ist es ein gesunder gut gewachsener Mischwald mit Sträuchern und Büschen sowie Unterwuchs, ein wertvolles Biotop.
Das Baurecht für zweigeschossige Wohnhäuser mit maximaler Höhe von 10m soll auch die vorhandenen Erschließungsanlagen intensiver nutzen.
Aus dem Geoportal cardomap des Landkreises Nordsachsen wird ebenso herausgestellt, dass keine Fläche nach Bundesnaturschutzgesetz als Schutzgebiete ausgewiesen sind, dass das FFH Gebiet „Vereinigte Mulde und Muldenauer“, das Vogelschutzgebiet „Vereinigte Mulde“ und das Landschaftsschutzgebiet „Mittlere Mulde“ unmittelbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Alaunwerksweg beginnen und es wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass der Naturpark „Dübener Heide“ ca. 400m östlich vom Plangebiet beginnt.
Gewässer im Sinne des Sächsischen Wassergesetztes und auch Trinkwasserschutzgebiete sind nicht betroffen. Die Mulde fließt in ca. 360m in südwestlicher Richtung, das Plangebiet liegt auf einer Höhenlage, demzufolge sind auch keine Überschwemmungen zu befürchten.
Ob eventuell Altlasten – in der Nähe eines ehemaligen, großen NVA-Geländes - vorliegen wäre unbedingt klärungsbedürftig.
Alle Charakteristika des Planungsgebietes klingen sehr überzeugend und auch wenn in ca. 150m Entfernung der Bebauungsplan „Wohnpark Mühldorfer Mark“ – 1. Bauabschnitt – seit 26.03.2997 rechtswirksam ist und nicht für die Flächenermittlung des §13a Abs.1 Nr.1 BauGB herangezogen wird, vertreten wir eine Nichtbefürwortung für dieses genannte Plangebiet als Wohnnutzung.
In Zeiten des Klimawandels zunehmender Waldschäden durch Naturkatastrophen (Stürme, Trockenheit, Borkenkäferplage etc.) ist der Verlust der Artenvielfalt vorprogrammiert.
Auch wenn der Ersatz dieser zu beseitigenden Waldflächen für die Wohnbebauung einzelner Häuser, durch Neupflanzung erfolgen soll, dauert dies Jahrzehnte.
Das Ökosystem Wald muss auch auf kleinen Flächen für das Allgemeinwohl mehr Aufmerksamkeit verdienen.
Wälder sind wichtige Lebensräume für zehntausende Insektenarten, Bäume jeder Art sind die Hotspots der Biodiversität, deshalb sollten für die Wohnbebauungen zu entsiegelnde Flächen genutzt werden, die eben auch vorhandene Erschließungsanlagen intensiver nutzen können.
Aus all diesen genannten Gründen lehnen wir das geplante Vorhaben rigoros ab.
Wenn man sich dieses Plangebiet unmittelbar vor Ort betrachtet und erkundet, ist dieses Vorhaben mit einer Fläche von 7380 m² als Naturwald mit alten artenreichen Bäumen für die Kurstadt Bad Düben aus aktueller Sicht ein kleiner Baustein zum Handeln.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Einsiedel
Außenbevollmächtigter des BUND LV Sachsen e.V.
