Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V., nimmt zum o. g. Vorhaben wie folgt Stellung.
Aufgrund der bisherigen Ungestörtheit konnte sich auf dem Geltungsbereich des B-Plans eine hohe ökologische Vielfalt entwickeln. Durch den Bau von 210 EFH (welche keine flächensparende Bebauung per se darstellt) geht dieser Lebensraum verloren. Neben dem Verlust von Bruthabitaten und Jagdgründen (Mäusebussard), nimmt v.a. die Belastung durch Schadstoffe und Lärm zu. Eine Anbindung an den ÖPNV ist in weiten Teilen nicht gegeben und es wird kein Erschließungsplan vorgestellt, obwohl der INSEK dessen Entwicklung voraussetzt. Durch die damit erzwungene Abhängigkeit vom privaten Pkw wird Grundstücksfläche zusätzlich überbaut. Der Ausbau des Straßennetzes wird ohne echte Alternativenprüfung als gegeben hingenommen. Die Überplanung der bisherigen B-Pläne erfolgte bereits zum Nachteil der öffentlichen Grünflächen – von einer angemessenen Berücksichtigung der Umweltbelange kann also keine Rede sein.
Das Vorhaben wird abgelehnt.
Die möglichen FCS-Maßnahmen für Grauammer, Höhlenbrüter und Mäusebussard sind unzureichend. Letztgenannte Art benötigt z. B. offene Landschaften zur Nahrungssuche, Nester werden im angrenzenden Wald selbst errichtet. Künstliche Horste haben demnach keinen Nutzen für diese Art, da der Jagdgrund entzogen wird. Am nordwestlichen Bereich des Waldgebietes kommt die streng geschützte und besonders gefährdete Zauneidechse vor. Die Kartierung ist lückenhaft und muss im Rahmen der Umweltprüfung erheblich verbessert werden. Von deren Erkenntnissen leiten sich dann geeignete Schutzmaßnahmen ab.
Da die Stadt an der Erschließung der Baugrundstücke wirtschaftlich interessiert ist, lehnen wir es ab, dass sie Umfang und Detaillierungsgrad des Umweltberichtes allein verantwortlich zeichnet. Hinweise der Umweltverbände und Privater sollten unbedingt einbezogen werden!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. David Greve
Landesgeschäftsführer
