Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V., nimmt gem. § 33 SächsNatSchG i. V. m. § 63 Abs. 2 BNatSchG zum o. g. Vorhaben wie folgt Stellung.
Auf einer Fläche von insg. 13.669 m2 sollen 100 Bäume, davon 5 Fichten und 95 Tannen, als Dauerkultur erstaufgeforstet werden. Aus Sicht des BUND handelt es sich damit um eine anfällige Monokultur, welche neben der einseitigen Baumauswahl eine zu geringe Bepflanzung aufweist.
Das Vorhaben wird in seiner derzeitigen Planungsform abgelehnt.
Begründung: Bei Aufforstungsmaßnahmen haben sich im Schnitt 400 Bäume pro Hektar bewährt. Die benannte Fläche ist 1,3 ha groß, soll insgesamt aber nur 100 Bäume erhalten. Weshalb weiterhin nur eine schädlingsanfällige Nadelbaumkultur angepflanzt werden soll, erschließt sich uns aus den Antragsunterlagen nicht. Wir regen an, einen Mischwald mit weiteren standortgerechten Baumarten anzulegen, um die Resistenz der neuen Waldfläche sowie die Erhöhung der ökologischen Wertigkeit zu ermöglichen.
Ergänzend möchten wir darauf hinweisen, dass die Bodenqualität durch reine Nadelgehölze abnimmt. Zusätzlich neigen Monokulturen weniger zum typischen „Vernetzen der Einzelbäume“, wie es in einem gesunden Wald vorkommt: die verbindenden Pilzgeflechte zur gegenseitigen Stärkung der Bäume sowie zur Schaffung eines artenreichen Waldbodens werden bei Monokulturen deutlich schwächer ausgeprägt. Die Gehölze sind damit anfälliger für Schädlinge, Krankheiten und Extremwetterereignisse.
Die Chance zur nachhaltigen Aufforstung, gerade bei einer geplanten Dauerkultur, darf nicht durch vermeintlich bequeme Nadelbaummonokultur vertan werden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. David Greve
Landesgeschäftsführer
