Sehr geehrte Damen und Herren,
der BUND Landesverband Sachsen e. V. bedankt sich für die Beteiligung zum o. g. Verfahren und nimmt hierzu wie folgt Stellung:
Aus Sicht des BUND Sachsen ist der Entwurf der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zur Änderung der Sächsischen Jagdverordnung änderungsbedürftig und wird deswegen in der derzeitigen Form abge-lehnt.
1. Die Fangjagd auf Schwarzwild wird vom BUND Sachsen abgelehnt.
Begründung:
Sowohl in kleineren als auch in größeren Fanganlagen ist keine tierschutzgerechte Jagd möglich. Die Fanganlagen werden nicht als Jagd- sondern als Tötungsanlagen gesehen. Zudem wird die Effektivität von Fangjagden wird als sehr kritisch betrachtet.
Aufgrund der hohen Wildschweinpopulationen in Deutschland, der geringen Biosicher-heit in den östlichen Nachbarländern sowie der gut ausgebauten Infrastruktur bewertet das Friedrich-Löffler-Institut – Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – das Risiko als sehr hoch, dass die ASP zunächst über die Wildschweinpopulation und nicht über die Hausschweine eingeschleppt wird. Das Risiko des Eintrags der ASP durch direkten Kontakt der Wildschweinpopulationen wird als mäßig eingestuft, die Ausbreitung erfolgt vermutlich auch nur sehr langsam. Neben der illegalen Einfuhr und Entsorgung von kontaminiertem Schweinefleisch wird auch dessen Einbringung entlang von Fernstra-ßen sowie durch Personen als hoch bewertet, dies kann dagegen auch sehr schnell erfolgen.
Für infizierte Wild- und Hausschweine endet die ASP in den allermeisten Fällen inner-halb von 3-7 Tagen tödlich, ihre Ansteckungsfähigkeit aber fällt hinter der der klassi-schen Schweinepest zurück. Ein nachgewiesener Ausbruch der Seuche in einem land-wirtschaftlichen Betrieb hätte katastrophale Folgen. Alle Tiere müssten aus seuchen-rechtlichen Gründen sofort getötet werden, Sperr- und Beobachtungsgebiete würden eingerichtet und nicht zuletzt könnte der Exportmarkt für Schweinefleisch massiv ein-brechen. Ein Horrorszenario für Schweinehalter, weswegen der Deutsche Bauernver-band aktuell lautstark die Dezimierung der Wildschweinpopulationen von bis zu 70 % einforderte. Beim Ausbruch der Vogelgrippe wurde im Gegensatz zu ASP keine Forde-rung nach der Bejagung sämtlicher Wildvögel gestellt.
Für die sprunghafte Ausbreitung sind weniger die Wildschweine verantwortlich, vielmehr der Faktor Mensch. Die Gefahr der Einschleppung der ASP geht derzeit vor allem vom Reiseverkehr, mitgebrachten oder transportierten Schweineteilen oder Lebensmitteln sowie kontaminierten Gebrauchsgegenständen aus.
