Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren. 

OK
BUND Landesverband Sachsen

Stellungnahme zur K 7269 Ausbau Wölkau – Stacha VNK 4851 080 Stat. 0,075 – NNK 4851 023 Stat. 0,445

14. Mai 2020 | Stellungnahmen

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V., nimmt zum o. g. Vorhaben wie folgt Stellung.

 

Die K 7269 wird im Bestand grundhaft ausgebaut und erhält ergänzend einen Radweg. Die Maßnahmen zur Vermeidung, zum Ausgleich und Ersatz werden als umfassend und bei korrekter Ausführung als angemessen bewertet. Eingriffe in besonders sensible Schutzbereiche (Verschluss der Dehnungsfugen, Fällungen/Umsetzung von Quartieren, tw. Umsetzen des Schachtelhalmsumpfs und Hochstaudenflur sumpfiger Standorte) erfolgt durch Fachpersonal. Die zusätzliche Anlage von Laichgewässern für Molche sowie die Stärkung des regionalen Radverkehrs begrüßen wir. Bei den umfangreichen Neupflanzungen von Bäumen ist neben der Robustheit gegen Autoabgase auch auf Trockenresistenz abzustellen. Die meisten Jungbäume gehen aufgrund niederschlagsarmer Witterungen in den ersten Jahren ein.

 

Dem Vorhaben wird zugestimmt.

Nachfrage: Die Bauzeit wird mit 30 Monaten angegeben. Wird für diese Zeit die Strecke einbahnig befahrbar sein oder erfolgt der Ausbau unter Vollsperrung? In letztgenanntem Fall ist nämlich die Belastung der Umleitungsstrecke bzw. sind die Auswirkungen auf den Naturraum durch die erhöhte Verkehrsbelastung an anderer Stelle zu untersuchen.

 

Hinweise zum Fledermausschutz bzgl. Ersatzquartieren:

Um Fällungen auszugleichen, werden häufig Fledermauskästen eingesetzt. Die Beurteilung der Bayerischen Koordinationsstelle für Fledermausschutz dazu: „Die Ergebnisauswertung zeigt, dass die Kastengruppen nicht immer besiedelt sind und nur selten zur Reproduktion genutzt werden: Wochenstuben oder Jungtiergruppen wurden nur in 17% aller Kastengruppen nachgewiesen. Weitere 42% wurden zumindest regelmäßig von einzelnen Fledermäusen oder Paarungsgruppen bezogen. In den übrigen Fällen (41%) konnten allenfalls sporadisch Einzeltiere angetroffen werden. Als entscheidende Faktoren für die Besiedlung erwiesen sich Alter und Größe einer Kastengruppe sowie ein bereits bestehendes Angebot älterer Kästen: Kleine Kastengruppen (bis zehn Kästen) werden deutlich seltener von Fledermäusen genutzt als große Gruppen (über 30 Kästen). Ältere Kästen (sechs bis zehn Jahre oder älter) wiesen höhere Besiedlungsgrade auf als jüngere. Fehlten ältere Kästen vor der Anbringung der neuen Fledermauskästen, wurden in den ersten zehn Jahren in deutlich weniger Kastengruppen überhaupt Fledermäuse nachgewiesen; Wochenstuben traten hier gar nicht auf.“[1]

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. David Greve
Landesgeschäftsführer

 

Stellungnahme als PDF

 


[1] Zahn, A. & Hammer, M. (2016): Zur Wirksamkeit von Fledermauskästen als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme – ANLiegen Natur 39(1): 27–35, Laufen

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb