Stellungnahme zur Planfeststellung für das Vorhaben "Ausbaustrecke Karlsruhe– Stuttgart– Nürnberg – Leipzig/Dresden, 2. Ausbaustufe Gaschwitz – Crimmitschau, Projektabschnitt ESTW Gößnitz, km 57,880 – km 62,380, Strecke Leipzig-Connewitz – Hof Hbf (6362)"

04. Mai 2020 | Stellungnahmen

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Sachsen e.V., nimmt zum o. g. Vorhaben wie folgt Stellung.

 

Der Ertüchtigung der Bahnstrecke auf rund 5 km inkl. Bauwerkserneuerungen und Modernisierung technischer Ausrüstung steht aus unserer Sicht grundsätzlich nichts entgegen. Natura2000-Gebiete sind nicht betroffen; die Maßnahmen zur Konfliktvermeidung und -minderung sowie die CEF-Maßnahme halten wir für geeignet.

Dem Vorhaben wird zugestimmt.

Einige artenschutzrechtliche Bedenken wurden durch die vorgelegten Unterlagen jedoch noch nicht vollständig ausgeräumt, weshalb wir folgende Hinweise geben, um Verstöße gegen § 44 BNatSchG zu vermeiden:

  1. Bei möglichen Fällungen bzw. Gehölzrückschnitt können Niststandorte betroffen sein. Es wurde nicht klar, welche Schritte die öBB zum Brutvogelschutz unternehmen wird. Da im Untersuchungsraum 41 Vogelarten, davon 12 gefährdete Arten, angetroffen wurden, sind gerade bei diesen sicherzustellen, dass im räumlichen Zusammenhang entweder a) natürliche Ausweichbrutstätten vorhanden sind oder b) artangepasste künstliche Nisthilfen zur Verfügung gestellt werden.
  2. Die größte Betroffenheit von Verbotstatbeständen liegt bei der Zauneidechse vor, welche im Baugebiet syntop mit Blindschleiche und Ringelnatter vorkommt. Zauneidechsen sind streng geschützt und in Anh. IV der FFH-RL gelistet. Die vorgeschlagenen Maßnahmen für die Anlage eines Ausweichhabitates und ein Umsetzen der Tiere werden grundsätzlich für geeignet gehalten. Nicht klar geworden ist, ob und wenn ja wer und wie lange die Ausweichfläche pflegt, denn die Fläche muss von Vegetation großteils freigehalten werden.

Weiterhin sollte beim Einsammeln und Umsetzen der Tiere darauf geachtet werden, dass sie eine enge Quartierbindung aufweisen und oft mehrere Individuen gleichzeitig einen Unterschlupf nutzen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. David Greve
Landesgeschäftsführer

 

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