Stellungnahme zur Voruntersuchung B173/ B 180 Oberlungwitz; Ausbau/Verlegung der Bundesstraße

04. Januar 2018 | Mobilität, Stellungnahmen

Der BUND sieht in der Vorzugsvariante 2 die beste Möglichkeit, die zweifellos vorhandenen Verkehrsdefizite effizient und nachhaltig zu verbessern.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der BUND Landesverband Sachsen e. V. bedankt sich für die Beteiligung zum o. g. Verfahren und nimmt hierzu wie folgt Stellung:
Zunächst möchten wir für die sehr gründliche Ausarbeitung der Vorplanung dan-ken. Die Varianten sind nach Abwägung aller relevanten Kriterien nachvollziehbar entwickelt.
Der BUND sieht  in der Vorzugsvariante 2 die beste Möglichkeit, die zweifellos vorhandenen Verkehrsdefizite effizient und nachhaltig zu verbessern.
Diese Variante ist bei relativ geringen Eingriffen in den Naturhaushalt (Flächen-verbrauch  und -zerschneidung als einzige gut geeignet, die Verkehrsströme flüs-siger zu gestalten.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich gegen die Varianten 4 a und b aussprechen.
Durch den erforderlichen Dammbau im Überschwemmungsgebiet des Lungwitz-baches würde die ohnehin bestehende Überflutungsgefahr für die Anwohner noch weiter erhöht. Der erhebliche bauliche Aufwand und die damit einhergehenden Umweltschäden stehen in keinem Verhältnis zu den eher geringen erzielbaren Verkehrsverbesserungen.
Die Verkehrsströme werden bei dieser Lösung durch eine weitere LSA wohl kaum beschleunigt. Der problematische Ostknoten, immerhin treffen hier zwei Bundes-straßen aufeinander, bliebe unberührt und wird von einer Verbesserung ausge-spart. Des Weiteren sehen wir die Gefahr, dass überregionaler Verkehr in die Gersdorfer Ortslage gezogen werden könnte, und zwar als Abkürzung über Gewerbegebietsstraße, Hauptstraße K 7307 und Benedixstraße.
Die Lärmbelastung der Anwohner der B 180/ B 173 im Untersuchungsgebiet schätzen wir als wenig reduzierbar ein. Daher kann aus unserer Sicht diese Ar-gumentation auch kaum für die Verwirklichung der Varianten 4 herhalten.
Auch die Variante 3 ist aus unserer Sicht wenig sinnvoll, weil bei relativ hohem  Aufwand die Problematik Ostknoten bestehen bleibt. Eine Neutrassierung der B180 zum  Anschluss an den Kreisverkehr ist weder ökonomisch noch ökologisch verträglich und wird vom BUND abgelehnt.
Variante 1 ist mit größeren Eingriffen in den Gewässerquerschnitt verbunden und wäre für den BUND nur mit entsprechendem  Ausgleich tolerabel, würde aber die angestrebte Verbesserung der Verkehrsverhältnisse wohl ohnehin nur zum Teil erreichen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der BUND mit den Ergebnissen der Voruntersuchungen wie auch der Umweltverträglichkeitsstudie weitestgehend übereinstimmt und die Variante 2 als beste Lösung betrachtet.
Mit freundlichen Grüßen


Bernd Sonntag
Regionalgruppe Hohenstein-Ernstthal

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