BUND Landesverband Sachsen

Wald liebt vegetarisch und die 5 R

21. März 2022 | Lebensräume, Naturschutz

Am 21. März ist internationaler Tag des Waldes.

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Heute ist internationaler Tag des Waldes. Wälder sind in ein Korsett eingeschnürt, das immer enger wird. Der hohe Flächenbedarf unseres Lebensstils, Flächennutzungskonflikte sowie inzwischen auch die Klimakrise reduzieren in Deutschland sowie weltweit zusammenhängende und artenreiche Waldflächen. Siedlungen, Landwirtschaft, Rohstoffabbau, Infrastruktur wie Straßen, Erholungs- und Urlaubsräume für die Menschen, Hochwasserschutz, intensive Waldbewirtschaftung zur Gewinnung von Holz als Rohstoff – die Flächenbedarfe sind mit Räumen alleine für die Natur kaum noch zu vereinen.

In vielen Teilen der Welt finden inzwischen Aufforstungen als Klimaschutzmaßnahmen statt. Folgendes sollte man dabei allerdings bedenken: Bäume, die jetzt angepflanzt werden, entfalten ihre wichtige volle Klimaschutzwirkung erst in 20 oder 25 Jahren. Um die Klimaziele einzuhalten und die Aktivierung von Kippelementen im Klimasystem zu verhindern, braucht es allerdings Klimaneutralität innerhalb der nächsten 20 Jahre. Werden die Klimaziele gerissen und die Erderwärmung steigt weiter so schnell an, werden sich Wälder auch bei bestem Waldumbau nicht schnell genug anpassen können. Das Fazit lautet: Aufforstungen sind langfristig ein wichtiges Mittel für die Klimastabilität, können aber kurzfristige Maßnahmen wie den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger nicht ersetzen!

Das, was den Wäldern neben schnellem Klimaschutz vor allem helfen würde, ist, eine flächensparende Lebens- und Wirtschaftsweise zu entwickeln und zu praktizieren!

Vieles muss sich in Politik (Flächensparziele umsetzen!), Wirtschaft und Industrie ändern – ein Faktor auf der individuellen Ebene ist vor allem, den Konsum tierischer Lebensmittel zu reduzieren. Ihr Flächenverbrauch ist um ein Vielfaches höher, als der der meisten pflanzlichen Produkte! Aber auch weitere Prinzipien wie die „5 R“ = rethink, reduce, recycle, reuse, repair (Überdenken, Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln, Reparieren) können den Flächenverbrauch reduzieren und damit Wäldern sowie den darin lebenden Tierarten Raum zum atmen schenken.

Wir als Team des BUND Sachsen können alle von Herzen sagen: Wir lieben Wald! Ihr auch?

Heute mal vegetarisch für den Wald?

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