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BUND Landesverband Sachsen

BUND-Vorstand wiedergewählt

17. März 2018 | BUND, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Naturschutz

Forderung nach deutlich ambitionierterer Agrarpolitik

Vorstand des BUND Sachsen e.V. am 17. März 2018, v.l.n.r. obere Reihe: Matthias Kuri, Torsten Ackerbauer, Lars Stratmann, Volker Kurz, v.l.n.r. untere Reihe: Jutta Wieding, Prof. Dr. Felix Ekardt, Danilo Sequeira. Es fehlt: Franziska Heß  (Carola Kunze / BUND Sachsen )

Die Landesdelegiertenversammlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sachsen  hat heute in Freiberg mit großer Mehrheit die Landesvorstandsmitglieder für drei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Aus Altersgründen gab es beim Schatzmeisterposten einen Wechsel von Andreas Müller zu Matthias Kuri. Jens Haubner, bisher Beisitzer des BUND Sachsen, schied ebenfalls aus seinem Amt aus. Somit hat der Vorstand künftig neun statt bislang zehn Mitglieder. Die anderen Vorstandsmitglieder bleiben unverändert, unter anderem der Kernvorstand aus dem Nachhaltigkeitsforscher Professor Felix Ekardt, der Umweltanwältin Franziska Heß und dem Landschaftsarchitekt Lars Stratmann.

Ferner wurde in Freiberg ein Leitantrag für 2018 verabschiedet. Gefordert wird eine nachhaltige, klima- und naturschutzfreundliche Landwirtschaft mit geschlossenen Stoffkreisläufen und weniger tierischen Nahrungsmitteln. Felix Ekardt erläutert die zentralen Forderungen: „Der BUND Sachsen tritt für eine Landwirtschafts- und Ernährungspolitik ein, die auf Nachhaltigkeit und damit auch auf langfristige und globale Tragfähigkeit und insbesondere auf Beachtung der planetaren Grenzen hin ausgerichtet ist. Wir sehen hierbei Sachsen in der Pflicht, Glyphosat und Neonicotinoide kurzfristig und alle anderen industriellen Pestizide innerhalb von 20 Jahren vom Acker zu verbannen. Neben Biodiversitätsverlusten – Beispiel Insektensterben – sprechen gegen die Mittel auch deren krebserregende und toxische Wirkung. Mit Blick auf die verbindlichen internationalen Ziele im Klima- und Biodiversitätsschutz wird eine nachhaltige Landwirtschaft außerdem zeitnah ohne fossile Brennstoffe auskommen müssen – und insgesamt die Produktion und den Konsum tierischer Nahrungsmittel stark reduzieren müssen.“

Sachsen soll sich des Weiteren bei der Reform der EU-Agrarsubventionen 2020 dafür stark machen, dass öffentliches Geld nur noch für öffentliche (etwa Öko-)Leistungen fließt, die deutlich über dem Standard liegen. Ekardt dazu: „Schon heute fordern wir die konsequente Nutzung aller Spielräume in der (europarechtlich überformten) Agrarförderung und Neuausrichtung auf eine alleinige Honorierung einer eindeutig umwelt-, klima- und ressourcenschonenden Betriebsweise. Wichtig ist ferner eine Verschärfung der Grundanforderungen an die Landwirtschaft. Die Flächenstilllegung etwa muss wieder substanziell gefördert werden.“

Mit dem Leitantrag soll auf die enormen Probleme in der Landwirtschaft und die Notwendigkeit eines schnellen Handelns aller Akteure aufmerksam gemacht werden. Die Billigfleischproduktion muss mit Auflagen versehen werden, um Anwohner*innen, Natur, Umwelt und Verbraucher*innen zu schützen.  Felix Ekardt weist darauf hin, dass „sich mit einer reduzierten Produktion tierischer Nahrungsmittel keine wie auch immer geartete Bevormundung der Menschen bei der Ernährung verbindet. Der Begriff Bevormundung passt hier nicht – denn hier geht es nicht darum, jemanden vor sich selbst zu schützen, sondern darum, alle Menschen vor den schädlichen Folgen bestimmter Handlungen zu schützen.“

Informationen:
www.bund-sachsen.de/landwirtschaftskonzept

Zum Leitantrag:
https://www.bund-sachsen.de/fileadmin/sachsen/PDFs/LDV/180317-Leitantrag_des_Vorstandes_2018-Agrar.pdf 

Fotos:
https://www.flickr.com/photos/114815285@N06/sets/72157693939734184 

Pressekontakt:
Felix Ekardt, Tel. 0341 / 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de 

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