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BUND Landesverband Sachsen

Grünpflege geht auch ohne Pestizide

12. Juli 2018 | Landwirtschaft, Naturschutz, Umweltgifte

BUND Sachsen fragt bei Sachsens Kommunen nach, ob und welche Pestizide sie nutzen.

Feldrand im Morgendunst  (Carola Kunze / BUND Sachsen )

Sachsens Kommunen sollten ohne Pestizide auskommen. Bis dahin haben sie noch einen langen Weg vor sich. Mit der Kampagne „Pestizidfreie Kommunen in Sachsen“ fordert der BUND Sachsen Städte und Gemeinden dazu auf, bei der Pflege ihrer kommunalen Flächen auf chemische Mittel zur Bekämpfung von Unkraut und Insekten zu verzichten. Auf der Suche und Umsetzung von Alternativen wiederum will der BUND sie aktiv unterstützen.

Bislang existiert landesweit keine aktuelle Datenbasis darüber, welche Kommunen überhaupt welche und wie viele Pestizide einsetzen. Im Rahmen der Kampagne stellte der BUND darum eine Anfrage nach dem sächsischen Umweltinformationsgesetz (SächsUIG) an 431 Städten und Gemeinden. 207 Kommunen haben nach Ablauf der vorgegebenen Frist von vier Wochen geantwortet. Ihre Reaktion auf die Kampagne fiel unterschiedlich aus: „Die hohe mediale Aufmerksamkeit, welches das Herbizid Glyphosat in den vergangenen Monaten erlangte, hat die Unsicherheit der Bürger in der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln verstärkt und wir versuchen, darauf zu reagieren“, schreibt beispielsweise die Staat Meerane in ihrer Antwort. „Unsere Konsequenz aus den nachgewiesenen schädlichen Eigenschaften … ist der Verzicht des Einsatzes von sämtlichen Herbiziden und Pestiziden auf unseren Grünflächen seit Januar 2018.“ Die Stadt Heidenau wiederum verwendet noch drei verschiedene Herbizide an 15 ausgewiesenen Stellen, hat inzwischen aber auch ein Heißwassergerät zur Bekämpfung von Unkraut angeschafft.

Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen: „Eigentlich hätten nach dem SächsUIG längst alle Gemeinden reagieren müssen. Dass dies nicht geschieht, lässt mehrere Schlüsse zu: Entweder die Kommunen wissen selbst nicht, was auf ihren Flächen geschieht und leisten damit dem Insektensterben Vorschub oder die personellen Ressourcen sind so knapp, dass auf die Schnelle keine Auskunft gegeben werden konnte. Das wiederum wirft ein schlechtes Licht auf die Ausstattung der Verwaltungen: Warum sitzen dort, wo über das Wohl und Wehe von Naturschutz und Landwirtschaft entschieden wird, so wenige Mitarbeiter? Hier geht es ganz zentral um Belange der Biodiversität, des Gewässer- und Grundwasserschutzes und der Ernährung.“

Mit der Kampagne „Pestizidfreie Kommunen in Sachsen“ will der BUND Sachsen zum Ausstieg aus den Pestiziden animieren und für das Thema sensibilisieren. Weltweit und auch in Deutschland geht die Vielfalt der Insekten verloren. Eine der Ursachen ist der steigende Einsatz chemischer Pflanzen- und Insektenvernichtungsmittel. Mehr als 40.000 Tonnen Pestizide belasten jährlich die Umwelt in Deutschland, Tendenz steigend. Heute sind Siedlungsgebiete oft letzte Rückzugsorte für bedrohte Arten, die in einer von Monokulturen geprägten Agrarlandschaft keinen Lebensraum mehr finden. Kommunen müssen deshalb Verantwortung und eine Vorreiterrolle für den Artenschutz übernehmen. Das bedeutet auch, die eigene Vorstellung von Ordnung und Sauberkeit am Wegesrand zu überdenken.

Informationen

Pressekontakt:
Prof. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

 

 

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