BUND Landesverband Sachsen

Klimaschutz bedeutet, die Gesundheit zu schützen

07. April 2022 | Klimawandel, Naturschutz

Sachsen. Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Das Thema des Weltgesundheitstags 2022 dreht sich um die Verbindung zwischen der Gesundheit der Erde und der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Der BUND Sachsen warnt gemeinsam mit Vertreter*innen der Health For Future Bewegung aus Dresden vor den Folgen der Klimakrise auf die Gesundheit. Sie wollen damit deutlich machen, wie wichtig es ist, die Krisen und Herausforderungen unserer Zeit parallel und integriert anzugehen.

Folgen der Klimakrise, die vor allem auch die Menschen in Deutschland betreffen, sind unter anderem häufiger auftretende Hitzewellen, vergrößerte Ausbreitungsgebiete von krankheitsübertragenden Insekten sowie Gefährdungen durch Naturkatastrophen wie Flutereignissen. Eine im letzten Jahr von THE LANCET veröffentlichte Studie nannte eindrückliche Zahlenschätzungen für vermeidbare Todesfälle durch eine ehrgeizige Klimapolitik in Deutschland bis 2040: 16.000 durch bessere Luftqualität, 144.000 durch gesündere (entspricht klimaschonender) Ernährung, 6.000 durch körperliche Aktivität. Wie der aktuelle, durch fossile Brennstoffe indirekt beeinflusste Krieg in Osteuropa mittelbar in Erinnerung ruft, kann mit der Klimakrise zudem die Wahrscheinlichkeit gewaltsamer Auseinandersetzungen steigen.

Aber auch die psychischen Folgen sollte nicht unterschätzt werden, warnen BUND Sachsen und Health For Future Dresden. Die Größe und Langfristigkeit der Klimakrise wird dafür sorgen, dass Gesellschaft und Politik wahrscheinlich über Jahrzehnte im Krisenmodus bleiben müssen. Gleichzeitig werden die Menschen auch damit konfrontiert werden, wie sich ihre Heimat durch die fortschreitende Klimakrise verändern wird. Um den Menschen im dieser langfristigen Belastung zu helfen und Sicherheit zu geben, braucht es eine Politik, die alle Krisen berücksichtigt und diese schnell, engagiert – sowie vor allem gleichzeitig – angeht.

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, dazu:
„Bisher fokussieren wir uns meist auf nur ein Großthema gleichzeitig. Doch das können wir uns nicht mehr erlauben. Der Ukraine-Krieg führt unerbittlich vor Augen, wie die Krisen zusammenhängen. Stoppt man die Nutzung fossiler Brennstoffe rasch und reduziert man die Nutztierhaltung stark, wirkt das sowohl gegen die gesundheitsgefährdende Klimakrise als auch dagegen, dass wir Putins Kriege finanzieren. Künftige Politik braucht integrierte Lösungen.“

Luise Lotte Lerm von Health For Future Dresden ergänzt:
„Wenn wir das Klima schützen, schützen wir damit vor allem die Gesundheit der Menschen. Es ist wichtig, zu einem Gesundheitsverständnis zu kommen, dass die Gesundheit der Menschen untrennbar mit der Gesundheit der Ökosysteme auf der Erde zusammenhängt. Inzwischen wird von erneuerbaren Energien in Zusammenhang mit Freiheit, Frieden und Sicherheit gesprochen - wir möchten gerne hinzufügen, dass erneuerbare Energien auch Gesundheitsenergien sind.“


Weitere Informationen:
https://www.bund-sachsen.de/service/presse/detail/news/gegen-krieg-und-klimakrise/
• Über Health For Future Dresden: https://wechange.de/project/health-for-future-dresden/ bzw. https://initiative-nachhaltige-praxis.de/
https://www.thelancet.com/journals/lanplh/article/PIIS2542-5196(20)30249-7/fulltext


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Pressekontakt Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt | Vorsitzender des BUND Sachsen | felix.ekardt [at] bund-sachsen.de | 0341-49277866

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