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BUND Landesverband Sachsen

Sachsen muss endlich handeln

02. Mai 2019 | BUND, Energiewende, Flüsse & Gewässer, Klimawandel, Kohle, Landwirtschaft, Lebensräume, Massentierhaltung, Meere, Mobilität, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Suffizienz, Wälder, Umweltgifte

Am morgigen deutschen Erdüberlastungstag hat Deutschland bereits nach vier Monaten so viele Ressourcen verbraucht wie unserem Land rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehen.

 (BUND Sachsen)

Gründe dafür sind unter anderem ein viel zu hoher Energieverbrauch, der steigende CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Massentierhaltung sowie die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser. Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen ist der frühe deutsche Erdüberlastungstag ein Alarmsignal und ein Zeichen für eine verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der letzten Jahre. „Deutschland lebt ab jetzt auf Pump und verschwendet großzügig die Lebensgrundlagen anderer Länder und zukünftiger Generationen“, kritisiert Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. „Um unsere eigene Zukunft und die unserer Kinder zu sichern, müssen wir endlich handeln. Wir müssen endlich Maßnahmen ergreifen, um die Erwärmung des Klimas auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wie es Artikel 2 des Pariser Klima-Abkommens rechtsverbindlich einfordert. Sachsen muss seine Abhängigkeit von der Braunkohle beenden und Vorreiter werden für alternative Formen der Energiegewinnung. Jeder Einzelne ist verantwortlich für seinen Konsum. Politik und Wirtschaft sind jedoch in der Pflicht, die langfristig richtigen Weichen für eine nachhaltige Lebensweise zu stellen.“

Im Gegensatz zum weltweiten Erdüberlastungstag im Sommer findet der deutsche Erdüberlastungstag bereits im Frühjahr statt. Würden alle Staaten der Welt so wirtschaften wie Deutschland, und alle Menschen so leben wie wir, bräuchte die Menschheit drei Erden, um ihren Ressourcenverbrauch zu decken. „Von einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen sind wir weit entfernt“, sagt Felix Ekardt. „Wir fordern die Politikerinnen und Politiker auf, endlich zu handeln, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten.“

Dürresommer und Starkregen, das Insektensterben und der Verlust an Artenvielfalt: Die Folgen des unverantwortlichen Umgangs mit unserem Planeten sind unübersehbar. Mit den richtigen Rahmenbedingungen ließen sich aber weniger Verbrauch und mehr Lebensqualität gut miteinander vereinbaren. „Die Zeiten eines Wirtschaftswachstums um jeden Preis sind vorbei. Wir brauchen klare gesetzliche Rahmenbedingungen, um gesellschaftliche und ökologische Veränderungen zu unterstützen und eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft“, sagt Felix Ekardt. „Wir setzen uns ein für ein Leben, das nicht auf Kosten zukünftiger Generationen und der Menschen im globalen Süden geht.“

Hintergrund

Am Erdüberlastungstag hat die Weltbevölkerung alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser Planet im Laufe eines Jahres erzeugen kann. Ab diesem Tag beanspruchen wir für das übrige Jahr mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als uns rein rechnerisch zur Verfügung stehen. Das Ziel des vom Global Footprint Network errechneten Aktionstages ist es, die Begrenztheit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Länder wie Haiti, Ruanda oder auch Indien haben einen weitaus kleineren ökologischen Fußabdruck als Deutschland, gleichzeitig schultern sie einen Großteil der Folgen der katastrophalen Erdausbeutung wie Dürren, Überschwemmungen oder Artensterben.

Mehr Informationen

www.bund.net/erde-am-limit

www.bundjugend.de/earth-overshoot-day

www.bund.net/suffizienz

www.bundjugend.de/gutesleben

Das BUND-Dossier „Perspektive 2030: Suffizienz in der Praxis“ beleuchtet mit zahlreichen Beispielen und konkreten Vorschlägen, wie Kommunal- und Bundespolitik eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Mobilität, Materialverbrauch, Energie, Landwirtschaft und Ernährung gestalten können: www.bund.net/suffizienz-dossier

Pressekontakt:

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

 

Pressemitteilung als PDF

 

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