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BUND Landesverband Sachsen

Weltschifffahrtstag: Elbe-Schifffahrt auf Kosten von Natur, Umwelt und Gesundheit?

28. September 2017 | Flüsse & Gewässer

Anlässlich des heutigen Weltschifffahrtstages lenkt der BUND Sachsen e.V. erneut die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Elbe-Schifffahrt auf Natur und Umwelt und warnt vor einer Fehlinterpretation des Gesamtkonzepts Elbe (GKE): Das GKE ist ein Konzept dafür, wie die Elbe entwickelt werden kann im Dreiklang von Naturschutz und Wasserwirtschaft sowie Schifffahrt.

RainerSturm/pixelio.de  (Rainer Sturm / pixelio )

Anlässlich des heutigen Weltschifffahrtstages lenkt der BUND Sachsen e.V. erneut die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der Elbe-Schifffahrt auf Natur und Umwelt und warnt vor einer Fehlinterpretation des Gesamtkonzepts Elbe (GKE): Das GKE ist ein Konzept dafür, wie die Elbe entwickelt werden kann im Dreiklang von Naturschutz und Wasserwirtschaft sowie Schifffahrt. Ein Ausbau der Elbe für die Güterschifffahrt, wie er von der Hafenwirtschaft oder der noch regierenden Großen Koalition gefordert wird, bedroht die abschnittsweise noch naturnahe Kulturlandschaft Elbe und würde einen weiteren Verlust an Naturraum mit seinen wertvollen Funktionen bedeuten. Mit dem GKE darf es keine einseitige Zielsetzung und Maßnahmenrealisierung zugunsten der Elbe-Schifffahrt mehr geben. Eine integrierte Betrachtung von Naturschutz, Wasserwirtschaft und Schifffahrt ist der neue Standard.

Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, sagt hierzu: „Aufgrund von früheren Ausbaumaßnahmen wie Buhnenbau tieft sich die Elbe insbesondere nördlich von Riesa immer weiter ein. Feuchtgebiete drohen auszutrocknen und Grundwasserspiegel weiter zu sinken. Angesichts dieser ungelösten Probleme weiter einen Elbeausbau oder gar eine garantierte Fahrrinnentiefe zu fordern ist absurd. Wir wissen weder, wie die Eintiefung nachhaltig gestoppt werden kann, noch ist es für uns nachvollziehbar, warum ein Ausbau bei den auf der Elbe stetig sinkenden Gütertransportmengen (zuletzt unter 0,4 Mio. Tonnen/Jahr) und ungünstigem Kosten-Nutzen-Verhältnis sinnvoll sein sollte.“

Derzeit sind weitere Hafenausbauten in Riesa geplant oder in Mühlberg bereits umgesetzt: Große Investitionsruinen, weil der Güterverkehr entlang der Elbe bereits heute und gemäß vorliegender Prognosen auch zukünftig in erster Linie auf der Schiene stattfindet und weil die Elbe ein Mittelgebirgsstrom und mit stark schwankenden Wasserständen ist.
Und das Abflussgeschehen wird vom Klimawandel deutlich verändert werden. Anhaltende Niedrigwasserperioden werden häufiger und intensiver ausgeprägt sein. Eine ganzjährige Schiffbarkeit der Elbe zu definierten Wasserständen wird so auch in Zukunft nicht möglich sein.

„Wir dürfen keinesfalls vergessen, wie stark wir alle von intakten Gewässern abhängig sind“, so Ekardt weiter, „insbesondere in Dresden, wo wir einen Teil unseres Trinkwassers aus Uferfiltrat der Elbe gewinnen. Die Wasserqualität sächsischer Fließgewässer kann durch naturnahe Gewässerbetten und Uferbereiche mit Gehölzsaum erheblich verbessert werden. Intakte und lebendige Auen erhöhen zudem die Arten- und Lebensraumvielfalt, was letztlich auch uns Menschen zu Gute kommt – beispielsweise für Erholung im Wohnumfeld oder in Form fischreicher Flüsse und Bäche. Wenn wir die Elbe endgültig der Natur zurückgeben, wird die Attraktivität der Elbregion grundlegend aufgewertet, der Elbe-Tourismus und somit auch die Wirtschaft gefördert. Auch den kleineren Elbe-Gemeinden eröffnen sich so neue Entwicklungschancen. Eine weitere Vertiefung der Elbe wäre angesichts der Kosten und der zu erwartenden Schäden an Auen und Fluss weder profitabel noch sinnvoll.“

Informationen:
www.bund-sachsen.de/elbe
www.bund.net/elbevision

Pressekontakt:
Felix Ekardt, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de, Tel. 0341 / 49 27 78 66

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