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BUND Landesverband Sachsen

Für eine Zukunft ohne Gift

14. Januar 2019 | BUND, Landwirtschaft

Immer mehr sächsische Kommunen wollen auf Pestizide verzichten.

Parlamentarischer Sommerabend des BUND Sachsen 2018

Rund 30 Vertreter*innen aus den Verwaltungen sächsischer Städte und Gemeinden und des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) nahmen am vergangenen Freitag teil an der ersten Tagung „Pestizidfreies Sachsen“ des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen im Hygienemuseum Dresden. In Vorträgen erhielten die Teilnehmenden Informationen über die Auswirkungen des Pestizideinsatzes in der Pflege städtischer Grünflächen und in der Landwirtschaft.

Hartmut Schwarze, Leiter der Abteilung Naturschutz, Klima, Immissions- und Strahlenschutz beim SMUL hielt ein Grußwort, in dem er den Stand der Bemühungen des Freistaates zusammenfasste. Magnus Wessel, Leiter des Referats Naturschutzpolitik und -koordination des BUND Bundesverbandes, skizzierte den Status Quo der Artenvielfalt. Katrin Anders, Vertreterin der Stadt Wernigerode, warb für das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und Matthias Nuß, Leiter der Sektion Lepidoptera am Dresdner Senckenberg-Museum, stellte das sachsenweite Schmetterlings-Projekt „Puppenstuben gesucht“ vor.

In drei anschließenden Workshops berieten sich die Teilnehmenden über Alternativen zu Pflanzen- und Insektenvernichtungsmitteln und erarbeiteten sich Handlungsmöglichkeiten für den eigenen Ausstieg. Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen leitete die Runde zum Thema „Kommunaler Einfluss auf Pachtflächen“. Die Städte Meerane und Wernigerode stellten sich in zwei weiteren Workshops mit beispielgebenden Projekten vor.

„Auf kommunaler Ebene haben wir die Möglichkeit, Dinge ausprobieren, die später Einzug halten können auf eine höhere politische Ebene, weil sich deren Umsetzbarkeit bereits erwiesen hat“, sagte Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen in seiner Eröffnungsrede und mahnte: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir leben wollen.“ In Deutschland sei „die Radikalität der 1,5-Grad-Grenze“, die das Pariser Klimaabkommen rechtlich bindend vorgebe, häufig noch nicht angekommen. Um die Erwärmung des Klimas auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sei aus Sicht des BUND Sachsen „eine deutlich andere Landwirtschaft notwendig. Wir müssen die Stellschrauben der Agrarwirtschaft verstellen: keine fossilen Brennstoffe mehr, weniger tierische Nahrungsmittel und weniger bis gar kein Einsatz von Pestiziden“, sagte Ekardt. Ein Wandel in der Agrarwirtschaft sei allerdings nicht zu denken ohne ein Handeln der Kommunen: „Wenn die kommunalen Flächen und oft auch noch die kommunal an Landwirte verpachteten Flächen pestizidfrei werden, gibt es eine Chance, zumindest dort die Artenvielfalt zu erhalten, die auf Sachsens Äckern bereits stark geschädigt ist.“

Laut einer Befragung des BUND Sachsen bewirtschaften inzwischen 177 Städte und Gemeinden ihre kommunalen Flächen ohne Pestizide. Die Ergebnisse der Umfrage unter 421 sächsischen Kommunen hat der BUND Sachsen auf seiner Homepage in einer interaktiven Karte veröffentlicht.

Weitere Informationen:

www.sachsen-pestizidfrei.de

Pressekontakt:
Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

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