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BUND Landesverband Sachsen

Braunkohle gräbt Trinkwasser ab

11. Juli 2018 | Kohle, Flüsse & Gewässer, Energiewende

BUND Sachsen fordert Stopp der Braunkohletagebaue, um Trinkwasserreserven zu schonen.

Spree in Brandenburg  (David Greve)

Die Sachsen bezahlen die Braunkohle mit ihrem Trinkwasser. Um einen Braunkohletagebau zu betreiben, müssen enorme Mengen Grundwasser abgepumpt werden. In Sachsen waren das allein im Jahr 2013 rund 200 Milliarden Liter für die Trockenlegung der Tagebaue in Lausitz Leipziger Land. Zum Vergleich: Der größte sächsische Tagebaurestsee in der Lausitz, der Bärwalder See, enthält 174 Milliarden Liter Wasser. Eine Stadt wie Weißwasser mit einem Einzugsgebiet von rund 35.000 Menschen ist schon heute von Trinkwasserzuleitungen von anderswo abhängig, weil der benachbarte Tagebaubetrieb das eigene Grundwasser abgepumpt hat. Für den BUND Sachsen steht deshalb fest, dass die Tagebaubetriebe in Sachsen auch wegen der Daseinsvorsorge schnellstmöglich enden müssen.

„Bis sich die Grundwasserspeicher nach Ende des Tagebaubetriebs wieder gefüllt haben, können Jahrzehnte vergehen – in Zeiten großer Trockenheit wie Sachsen sie derzeit erlebt, fehlt dann das Wasser in der Landwirtschaft oder den Haushalten“, sagt Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen.

Das nachströmende Grundwasser kann versauern und löst im Stein enthaltene Schwermetalle. Die vergiften und veröden wiederum nahe gelegene Fließgewässer und Bergbaufolgeseen. Ein sichtbares Anzeichen dafür ist die sogenannte Verockerung, die Braunfärbung eines Gewässers durch Eisenhydroxid. Weil die Wasserqualität inzwischen unzumutbar ist, mussten seit 1990 acht Trinkwasserwerke bei Leipzig und drei in der Lausitz geschlossen werden. Teure Zuleitungen aus unbeeinflussten Gebieten sind in den entsprechenden Regionen inzwischen notwendig und werden meistenteils stillschweigend vorgenommen.

Braunkohle als Lieferant für Strom ist längst überholt. Ihre Nutzung gleicht einem ökologischen Rundumschlag: Fossile Brennstoffe wie Braunkohle verursachen hohe Schadstoffemissionen und damit diverse Krebserkrankungen und Milliardenkosten im Gesundheitssystem. Braunkohle löst ferner als klimaschädlichster Energieträger dauerhaft massive ökonomische und ökologische Kosten aus. Sie zerstört ferner Ökosysteme und ist für massive Schäden an Grundwasser und Oberflächengewässern verantwortlich. Die Landes- und Bundesregierung muss das anerkennen und die aktuell in Berlin tagende Kohlekommission die richtigen Weichen stellen.
Ein breites Bündnis von Verbänden geht darum am 28. Juli in Leipzig auf die Straße und demonstriert für eine saubere und gesunde Zukunft unter dem Motto: „Klima retten! Kohle stoppen!“
Um 14:00 Uhr beginnt die Demonstration vor dem Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3. Zur Auftaktkundgebung werden u. a. Jens Hausner von der Initiative Pro Pödelwitz und Josef Patočka von der tschechischen Initiative Limity jyme my sprechen. Auf der Abschlusskundgebung ab 16:30 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz werden Martin Kaiser, Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland und Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Vorsitzender des BUND Deutschland über die Folgen des Braunkohleabbaus und Alternativen dazu reden.

Demonstration Klima retten! Kohle stoppen!
Samstag, 28. Juli 2018, 14:00 Uhr
Leipzig, vor dem Naturkundemuseum

www.kohle-stoppen.de
Ansprechpartner für die Demonstration:
Hannes Lindenberg, mobil: 0176/ 992 24 042

Pressekontakt:
Prof. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

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