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BUND Landesverband Sachsen

Sie vergiften unseren Fluss – Schwermetalle in der Elbe

26. März 2018 | Chemie, Elbe, Flüsse & Gewässer, Umweltgifte, Naturschutz

Belastetes Grubenwasser könnte auch in die Elbe gelangen.

Bild des Steinbruchs Broessnitz  (Foto: Sven Wiedemann-Schulze)

Trotz drastischer Folgen für die Natur werden Abwässer des Steinbruchs Brößnitz nun über die Kläranlage Zadel in die Elbe geleitet. Das hatte der BUND Sachsen nicht intendiert, als er sich schon vor drei Jahren juristisch gegen die Firma Matthäi Rohstoff GmbH & Co. KG wandte, die bis dahin ungereinigt ihre Grubenabwässer in das benachbarte Flächennaturdenkmal Kasseln eingeleitet hat. Er befürchtet, dass die kommunale Kläranlage in Zadel überhaupt nicht für die Reinigung der Grubenwässer ausgelegt ist.

Prof. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, erklärt hierzu: „Es kann nicht sein, dass ein Problem durch ein neues Problem abgelöst wird. Das vorliegende Gutachten des Oberbergamtes Sachsen und des Umweltamtes weist deutliche Überschreitungen bei den Konzentrationen von Schwermetallen im Grubenwasser auf. Die Werte liegen stark über den in Deutschland festgelegten Grenzwerten. Beispielsweise sind die Nickel- und Zink-Werte hundertfach erhöht. Zusätzlich ist der pH-Wert mit 3,5 deutlich im sauren Bereich. Zum Vergleich: Die Elbe hat am Messpunkt Zehren, schräg gegenüber der Kläranlage in Zadel einen ph-Wert von 8. Sollte das Grubenwasser nicht in ausreichendem Maße aufbereitet werden, weil kommunale Kläranlagen hierfür eigentlich nicht ausgelegt sind, ist eine Belastung der Elbe zu befürchten und Umweltschäden nicht auszuschließen. Die Auswirkungen auf das Ökosystem wären fatal und können nicht rückgängig gemacht werden.“

Gemäß der Abwasserbeseitigungssatzung der Stadt Meißen liegt der Grenzwert für öffentliche Abwasserbeseitigung in Bezug auf Nickel bei 1 mg/l. Im Grubenwasser wurde ein Wert von bis zu 2,4 mg/l gemessen. Schwermetalle werden biologisch nicht abgebaut. Sie lagern sich (langjährig) im Sediment ab oder geraten in die Nahrungskette und gelangen so auch irgendwann auf unserem Tisch.

Die örtliche BUND-Gruppe hatte vor drei Jahren ein erstes gerichtliches Verfahren gegen die Steinbruchsbetreiber angeschoben. Es geht um den Vorwurf, dass die Steinbruch-Firma viele Jahre lang unbemerkt Grubenwasser in die benachbarten Teiche, die Kasseln, abgeleitet hat. Es handelt sich dabei um saures Wasser, das zudem Schwermetalle enthält. Das Verfahren ließ die Staatsanwaltschaft Dresden allerdings im März 2017 fallen. Nach einem hydrologischen Gutachten, das vom Oberbergamt Sachsen beauftragt wurde, seien die Wässer diffus aus dem Betriebsgelände ausgetreten und somit konnte keine vorsätzliche Ableitung des Grubenwassers in die Tagebauumgebung belegt werden. Die örtliche BUND-Gruppe hatte daraufhin Beschwerde beim Oberstaatsanwalt in Dresden eingelegt. Mit Erfolg, denn die Zeugenbefragung bei der Kripo in Meißen geht nun weiter.

Ekardt weiter: „Jetzt aber wird beobachtet, dass die Wässer, die sich nach wie vor im Steinbruch ansammeln nicht etwa vor Ort behandelt, sondern von der Firma abtransportiert werden. Zwei Tanklastzüge fahren täglich jeweils viermal zur Kläranlage Meißen, unterhalb von Zadel, um hier die Wässer in die Kläranlage zu geben. Das sollte schleunigst unterbunden werden, denn nicht die Allgemeinheit sondern der Grubenbetreiber ist für die Reinigung der Wässer zuständig. Wir fordern deshalb die Behörden auf, diese Praxis zu unterbinden.

 

Pressekontakt:
Prof. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

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