BUND Landesverband Sachsen

Wildbienen

Wildbienen sind die wilden Verwandten der vom Menschen domestizierten Honigbienen. Zu ihnen zählen Seiden- und Maskenbienen, Mauer- und Pelzbienen und auch Hummeln.

Von den über 560 in Deutschland beheimateten Wildbienenarten sind, laut Roter Liste mittlerweile 31 vom Aussterben bedroht, über 220 gefährdet und 42 Arten stehen auf der Vorwarnliste. 

Der BUND Sachsen fordert

  • Ökologische Landwirtschaft ausbauen und von gerade mal 6,3 % auf mindestens 20 % bis 2025 erhöhen.
  • Freistaatliche und kommunale Flächen auf pestizidfreies Wirtschaften umstellen
  • Pestizideinsatz in jeglichen Schutzgebieten sofort verbieten, in der Landwirtschaft binnen 20 Jahren! Glyphosat und Neonicotinoide schon jetzt verbannen.
  • Hecken, Bäume, blütenreiche Feldraine und kleine Gewässer usw. in der Landwirtschaft erhalten und neu anlegen – damit die Landschaft wieder strukturreicher wird!
  • Naturschutz ist eine Bildungsaufgabe und muss deshalb in die Lehrpläne an Schule und Universität eingebunden werden!
  • Einführung einer Bodenpreisbremse und eines Bodenfonds
  • Reduzierung des Konsums tierischer Nahrungsmittel.
  • Umbau der Agrarsubventionen
  • Änderung des Düngerechts

Werden Sie Bienenretter*in

Jetzt Spenden!

Die wilden Geschwister der Honigbienen

Wildbienen sind keine Honigbienen - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Mohnbiene (@Günter, Naturbildarchiv)

Trotz einiger Gemeinsamkeiten verfügen Wildbienen über vielfach komplett andere Eigenschaften als die Honigbienen. Beispielsweise produzieren sie keinen für den Menschen nutzbaren Honig und können deshalb auch nicht für die Imkerei genutzt werden. Ein Großteil der Wildbienenarten lebt solitär, d.h. jedes Weibchen baut ein eigenes Nest und versorgt die Brut allein. Jede Art besitzt spezielle Ernährungs- und Nistgewohnheiten. Rund zwei Drittel der Wildbienen bauen ihre Nester im Erdboden, andere „nagen“ Hohlräume in Totholz, beziehen Pflanzenstängel oder nutzen sogar Schneckenhäuser. Zum Bau der Nester benutzen sie verschiedenste Materialien wie Blattstücke, Blütenblätter, Lehm oder Sand.

Es gibt Wildbienen, die sich genüsslich an verschiedensten Futterpflanzen bedienen, aber auch viele, die sich auf eine einzige Pflanzenart oder -gattung spezialisiert haben. Verschwinden diese Pflanzen, sterben sofort auch die Bienen aus und umgekehrt.

Wildbienen in Gefahr

Landwirt sprüht Pestizide (Adobe Stock, Kostic Dusan VUK)

Wildbienen sind besonders anfällig für Veränderungen in ihrer Umwelt, denn die meisten Arten können nur geringe Flugdistanzen von wenigen hundert Metern zurücklegen. Durch den Verlust von naturnahen Landschaften und die massive Zerschneidung von Lebensräumen, verschwinden sowohl mögliche Nist- als auch Nahrungsstätten.

Der Gesamtlebensraum der Wildbienen setzt sich aus einem Mosaik kleinerer Lebensräume zusammen. Viele Arten finden in einem Lebensraum Nahrung und Baumaterial, nisten aber in einem anderen. Für einen guten Wildbienen-Lebensraum braucht es vor deshalb einen geeigneten Nistplatz, vielfältige Nistbaumaterialien, ein ausreichendes Nahrungsangebot.

Folgen des Rückgangs

Erst die Wildbiene, und dann …

Hummel (@BUND Sachsen, Carola Kunze)

Wildbienen sind für die Bestäubung vieler Blütenpflanzen überaus wichtig. Dementsprechend wirkt sich der Rückgang der Wildbienenpopulationen auch auf andere Arten und Ökosysteme aus. Viele bedeutsame Nutzpflanzen sind auf Wildbienen als Pollenüberträger angewiesen. Und eine ganze Reihe anderer Tiere, wie zum Beispiel einige Schlupf- und Goldwespen, Käfer, Fliegen oder Vögel, sind auf Wildbienen spezialisiert. Mit den Wildbienen sterben auch sie.

In den Fokusthemen zeigen wir dir, was du und Kommunen für den Wildbienenschutz tun können.

BUND-Bestellkorb