Wie können Kommunen Gewässer naturnah gestalten und gleichzeitig mit begrenzten Ressourcen gute Lösungen umsetzen?
Mit knapp 100 Teilnehmenden haben wir am 17. September 2026 in Bautzen genau darüber diskutiert: über naturnahe Gewässerunterhaltung, lebendige Ufer und konkrete Umsetzungsideen an Gewässern II. Ordnung.
Mit dabei waren Akteur:innen aus Sachsen, Brandenburg und Thüringen, aus Kommunen, Gewässerunterhaltungsverbänden, Behörden und dem Naturschutz. Der Austausch zeigte einmal mehr, wie vielfältig die Herausforderungen sind, aber auch, wie viele gute Lösungen bereits existieren.
Inspiration gab es aus Forschung und Behörden sowie durch konkrete Praxisbeispiele, unter anderem aus der Gemeinde Baar in Schwaben, aus Niesky und aus Sachsen durch die Stowasserplan GmbH & Co. KG.
Was die Beispiele verbindet: Lösungen sind möglich. Ob mit einfachen Maßnahmen gemeinsam mit Anwohnenden, durch umfangreiche Renaturierungsprojekte oder in Zusammenarbeit mit Naturschutzvereinen, gemeinsam lässt sich viel für unsere Gewässer erreichen.
Auch kritische Themen kamen auf den Tisch: Zeit und Geld fehlen in vielen Kommunen, Flächenverhandlungen können langwierig sein und die Umsetzung von Maßnahmen ist oft mit großen Herausforderungen verbunden. Ein Wunsch wurde dabei besonders deutlich: mehr Spielraum, um neue Maßnahmen auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.
In der Podiumsdiskussion ging es außerdem um die Rolle der Bauhöfe bei der Gestaltung naturnaher Gewässer, die Übertragung und Verstetigung der Ergebnisse aus dem Projekt „Lebendige Ufer“ sowie um kleine Maßnahmen, mit denen bereits wichtige Schritte bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden können.
Die Fachtagung bildete den Abschluss des seit 2023 laufenden Projektes „Lebendige Ufer“. Ziel war es, die Projektergebnisse zusammenzuführen, Erfahrungen zu teilen und unterschiedliche Akteur:innen miteinander zu vernetzen, um gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.
Im Rahmen des Projektes ist außerdem ein Handbuch zu naturnahen Gewässern in Sachsen entstanden. Darin finden sich die Projektergebnisse sowie Hintergrundinformationen und praktische Hinweise zur Umsetzung.
Und es geht weiter: Im Oktober finden noch zwei Exkursionen statt. Dabei werden die im Rahmen der Bauaeminare bearbeiteten Gewässerabschnitte besucht und der aktuelle Entwicklungsstand sowie zukünftige Pflegeschritte besprochen:
21.10.2026 | 9:00–16:00 Uhr
Radibor & Ralbitz-Rosenthal (Landkreis Bautzen)
29.10.2026 | 9:00–16:00 Uhr
Großpösna & Grimma (Landkreis Leipzig)
