BUND Sachsen fordert bundesweiten Igelschutz statt politischer Machtspiele

04. März 2026 | Lebensräume, Naturschutz, Umweltbildung

Was hat der Igel mit Fußball zu tun?

Igel auf Wiese Igel ©Adobe Stock/ andre

Zum Tag des Artenschutzes am heutigen Dienstag weist der BUND Sachsen auf die besonders schützenswerte Art des europäischen Braunbrustigels hin. Und was hat dieser Igel mit der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft zu tun? Eigentlich nichts. Und doch wird der Schutz dieser Tierart derzeit auf Bundesebene zum Spielball politischer Verhandlungen rund um Public Viewing und Lärmschutz gemacht.

Auf Bundesebene wird ein Nachtfahrverbot für Mähroboter im Tierschutzgesetz diskutiert. Parallel dazu soll die Lärmschutzverordnung angepasst werden, um Public Viewing bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu ermöglichen. Denn wegen der Zeitverschiebung bei der Übertragung der Spiele aus den USA, Kanada und Mexiko finden diese in den Abend- und Nachtstunden statt. Beschlossen werden muss diese von der Bundesregierung. Doch der Bundeslandwirtschaftsminister verweigert seine Zustimmung. Nicht wegen inhaltlicher Differenzen, sondern aus machtpolitischem Kalkül: Rainer will so das Umweltministerium dazu bewegen, seinen Vorschlag für eine Regelung eines bundesweiten Mähroboter-Nachtfahrverbot im Tierschutzgesetz zurückzuziehen. 

Der BUND Sachsen kritisiert dieses Vorgehen deutlich. Artenschutz darf kein Druckmittel in ministeriellen Verhandlungen sein. 

Zum heutigen Tag des Artenschutzes macht der BUND Sachsen deswegen deutlich: Die Lage ist ernst. Auch im Freistaat Sachsen geht der Igelbestand zurück. Die Staatsregierung geht selbst von einem jährlichen Rückgang von rund fünf Prozent aus. Der Europäischer Braunbrustigel steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste und ist nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Sachsen handelt bereits, jetzt muss der Bund nachziehen

Auch im Sächsischen Landtag liegt derzeit ein Gesetzentwurf zum Schutz des Igels und anderer nachtaktiver Wirbeltiere vor, der ein Nachtfahrverbot für Mähroboter vorsieht. Der Entwurf wurde zur weiteren Beratung in den Ausschuss überwiesen. Doch Artenschutz endet nicht an Landesgrenzen. 

Der Vorsitzende des BUND Sachsen, Prof. Dr. Felix Ekardt erklärt: „Im Sächsischen Landtag liegt ein konkreter Vorschlag zum Schutz des Igels auf dem Tisch. Jetzt kommt es darauf an, dass dieser ernsthaft beraten und nicht ausgesessen wird. Gleichzeitig braucht es eine bundesweite Regelung im Tierschutzgesetz, damit der Igelschutz nicht vom Wohnort abhängt und Tiere nicht zum Spielball politischer Machtkämpfe werden.“

Der BUND Sachsen fordert eine bundesweit einheitliche Regelung zum Nachtfahrverbot für Mähroboter im Tierschutzgesetz. Die Länder müssen diese Regelung im Bundesrat klar unterstützen. Parteipolitische Verknüpfungen zwischen Igelschutz und Fußballpolitik müssen beendet werden.

Hintergrund:

Mähroboter sind besonders gefährlich für Igel. Denn Igel sind keine Fluchttiere sondern rollen sich bei Gefahr zusammen und werden so von den scharfen Messern der Mähroboter erfasst und oftmals schwer verletzt. Diese Verletzungen sind oft tödlich für die Igel. Igel sind überwiegend in der Dämmerung unterwegs, so dass ein Fahrverbot für Mähroboter in diesem Zeitraum das Problem beseitigen würde. Viele Gemeinden und Städte gehen bereits voran, jedoch ist so ein bundesweiter Flickenteppich entstanden. Dies könnte eine bundesweit einheitliche Regelung im Tierschutzgesetz wirksam verhindern. Auch insgesamt schaden Mähroboter der Biodiversität. Sie rasieren den Rasen viel zu häufig und viel zu kurz, vernichten damit Lebensräume für viele Kleinstlebewesen und verhindern die Blüte vieler verschiedener Arten die ein naturnaher Rasen sonst beinhalten könnte. Eine zeitlich befristete Änderung der Lärmschutzverordnung war bereits bei vergangenen Turnieren erfolgt und würde auch dieses Jahr das Public Viewing erheblich vereinfachen. Denn wegen der Zeitverschiebung bei der Übertragung der Spiele aus den USA, Kanada und Mexiko finden diese in den Abend- und Nachtstunden statt. 

Mehr Informationen: 

Pressekontakt

BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | presse(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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