Symbolbild Wasserleitung ©Adobe Stock/ ThomBal
Sachsen. Der sogenannte Elbe-Überleiter wird immer wieder als Lösung für die Wasserprobleme in der Lausitz ins Spiel gebracht. Dabei ist das Projekt technisch extrem aufwendig, und es bestehen grundlegende Zweifel an der Verfügbarkeit des Wassers. Nun sieht sich der BUND Sachsen durch aktuelle Äußerungen von Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch bestätigt. Der Minister äußerte Zweifel, ob die Elbe überhaupt ausreichend Wasser führt, um zusätzliche Entnahmen zu verkraften. Diese Zweifel sind berechtigt. Der BUND fordert eine nachhaltige wasserwirtschaftliche Gesamtstrategie.
„Die Elbe hat seit Ende Februar 2025, also fast ein Jahr lang, nahezu durchgängig Niedrigwasser geführt. Es drängt sich die Frage auf, wann der Fluss genug Wasser hat, um noch etwas abzugeben“, erklärt Helen Garber, Landesgeschäftsführerin des BUND Sachsen. „Die Überleitung würde die Wasserknappheit nicht lösen, sondern eine kleine Entspannung mit einer weiteren Verschärfung der Lage an der Elbe erkaufen.“
Der Wassermangel in Ostdeutschland ist eine direkte Folge des Braunkohle-Tagebaus. Jahrzehntelang wurde Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Jetzt muss das Grundwasser wieder aufgefüllt werden, und gleichzeitig entwickeln sich die Niederschläge durch den Klimawandel ungünstig. Zudem soll Wasser in die Tagebaulöcher gepumpt werden. Ein zeitnahes Ende des Kohleabbaus wäre daher auch für den Wasserhaushalt entscheidend, und für Klima und Biodiversität sowieso.
Statt Wasser mit einem Elbe-Überleiter umzuleiten, müssen wir außerdem den natürlichen Wasserrückhalt in der Landschaft stärken. Der BUND Sachsen fordert deshalb von der Sächsischen Staatsregierung mehr Wasserrückhalt in der Fläche durch Moor- und Auenrenaturierung, Wiedervernässung von Landschaften, geringerer Wasserverbrauch in Industrie und Bergbaufolgenutzung, angepasste Landnutzung sowie die Stabilisierung des regionalen Wasserhaushalts vor Ort. Speziell intakte Moore schützen auch Klima und Biodiversität
Helen Garber: „Die Umweltministerkonferenz im Mai sollte den Schwerpunkt auf umsetzbare Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung in der Region legen, nicht auf Scheinlösungen wie einen Elbe-Überleiter.“
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