Streusalz schwächt Stadtbäume 0169Adobe Stock/Animaflora PicsStock
Dresden. In vielen sächsischen Städten und Gemeinden wird angesichts des anhaltenden Frosts wieder großzügig Streusalz eingesetzt mit fatalen Folgen für Bäume, Böden und Gewässer. Der BUND Sachsen warnt: In Kombination mit Trockenstress schwächt Streusalz Stadtbäume dauerhaft und verkürzt ihre Lebensdauer. Der Umweltverband fordert Kommunen auf, die Belastungen aus dem Winter im Frühjahr aktiv auszugleichen.
„Streusalz verkürzt die Lebensdauer von Stadtbäumen deutlich. Die Schäden summieren sich über Jahre und werden am Ende teuer. Regelmäßiges Wässern und eine gezielte Nährstoffversorgung im Frühjahr sind deutlich günstiger als Fällungen und Nachpflanzungen mit unsicheren Anwuchsraten. Wer heute pflegt, spart morgen Geld und erhält wertvolles Stadtgrün“, sagt Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen.
Gerade in Städten sind Bäume bereits stark belastet: verdichtete Böden, wenig Wurzelraum sowie Hitze- und Trockenperioden setzen ihnen zu. Streusalz wirkt hier als zusätzlicher Stressfaktor, dessen Folgen oft erst zeitverzögert sichtbar werden.
Warum Streusalz Stadtbäumen schadet
Streusalz besteht überwiegend aus Natriumchlorid. Mit dem Schmelzwasser gelangt es in den Boden und reichert sich dort über Jahre an. Im Frühjahr nehmen Bäume beim Wasserbedarf für den Blattaustrieb auch Chlorid über die Wurzeln auf. Das stört den Nährstoffhaushalt, schwächt das Wachstum und führt zu typischen Schäden wie braunen Blatträndern, Kronenausfällen oder langfristigem Absterben.
Zugleich erschwert eine erhöhte Salzkonzentration im Boden die Wasseraufnahme. In trockenen Jahren entsteht so eine problematische Wechselwirkung aus Salz- und Trockenstress. Auch die Bodenstruktur leidet: Mikroorganismen werden beeinträchtigt, die Durchlässigkeit verschlechtert sich. Damit verlieren Stadtbäume wichtige Voraussetzungen für ihre Vitalität.
Der BUND Sachsen fordert Kommunen auf, die Folgen des Streusalzeinsatzes im Frühjahr gezielt abzumildern:
- Wässern von Straßen- und Stadtbäumen vor dem Laubaustrieb, um Salz im Wurzelraum zu verdünnen
- Bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, um Salzstress zu reduzieren
- Bodenverbessernde Maßnahmen an stark belasteten Standorten, insbesondere bei Verdichtung
Diese Pflege sollte regelmäßig erfolgen. Sie ist aus Sicht des Umweltverbandes deutlich wirtschaftlicher als der Ersatz geschädigter oder abgestorbener Bäume.
Was Bürgerinnen und Bürger tun können
Besonders problematisch ist Streusalz auf Gehwegen, da die Salzlauge direkt in Baumscheiben fließt. Der BUND Sachsen ruft daher dazu auf, möglichst auf Salz zu verzichten. Mechanische Schneeräumung mit Schaufel oder Besen wirkt zuverlässig gegen Glätte und schont Bäume, Böden und Tierpfoten.
Mehr Informationen:
Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz: So schützen Sie Böden, Gewässer und Tierpfoten: https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/umweltfreundliche-alternativen-streusalz-streumittel-pflanzen-boeden-gewaesser-tierpfoten-schuetzen/
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