BUND Sachsen: Mehr Grün in die Städte

21. April 2026 | Klimawandel, Lebensräume, Naturschutz, Wälder

Baum asphaltiert in Straße Symbolbild ©Adobe Stock/ VOJTa Herrout

  • Über zwei Drittel wollen mehr schattenspendende Bäume
  • Rund die Hälfte sieht zu wenig Einsatz der Politik für Stadtgrün
  • Gießen hilft kurzfristig – langfristig braucht es mehr Platz für Bäume

Sachsen. Zum Tag des Baumes am Samstag, den 25. April, fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Sachsen, Städte und Gemeinden auf, Stadtgrün konsequent zu stärken: mehr Bäume pflanzen, besser pflegen und ihnen ausreichend Raum geben. Stadtbäume sind eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Überhitzung in dicht bebauten Quartieren. Sie verbessern das Mikroklima, fördern die Artenvielfalt und steigern die Lebensqualität.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des BUND zeigt: 47 Prozent der Befragten in Großstädten halten das Engagement der Politik für Straßenbäume und Parks für unzureichend. Mehr als zwei Drittel wünschen sich zusätzliche schattenspendende Bäume. Besonders deutlich fällt die Kritik in Dresden aus. Hier sehen viele Menschen den größten Handlungsbedarf unter den drei in Sachsen untersuchten Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz.

Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen: „Asphaltstädte sind ein Auslaufmodell. Stadtnatur steht unter massivem Druck durch Bebauung, Flächenversiegelung und Nutzungskonkurrenzen. Wer Städte zukunftsfähig machen will, muss Grünflächen sichern und ausbauen, auch für die ebenso bedrohte Biodiversität. Gerade in der Klimakrise braucht es ein Umdenken hin zu lebendigen, widerstandsfähigen Städten, die mehr Treibhausgase binden und mehr Schutz bei Hitze bieten.“

Gerade im Frühjahr sind Straßenbäume auf ausreichend Wasser angewiesen, um Blätter auszubilden und gesund zu wachsen. Doch auch dieser Winter war erneut zu trocken. Kurzfristig können zusätzliche Bewässerungen helfen. Langfristig brauchen Bäume jedoch vor allem eines: mehr Raum für Wurzeln und Kronen. Verdichtete Böden und versiegelte Flächen setzen ihnen massiv zu.

Felix Ekardt: „Viele Menschen sind bereit, selbst aktiv zu werden, ob in Gießgruppen, Baumpatenschaften oder Gemeinschaftsgärten auf entsiegelten Flächen. In vielen Städten und Gemeinden in Sachsen organisieren sich bereits zahlreiche Initiativen, die Stadtbäume mit Wasser versorgen. Dieses Engagement ist wichtig, ersetzt aber kein kommunales Handeln. Politik und Verwaltung müssen die Städte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern fit für die Klimakrise machen mit mehr Grün, weniger Versiegelung und klaren Prioritäten.“

Das Institut Civey hat im Auftrag des BUND vom 7. bis 11. April 2026 rund 2.500 Menschen in Städten mit über 100.000 Einwohner:innen online befragt.

Hintergrund

Seit 2018 treten in Deutschland regelmäßig Frühjahrsperioden mit anhaltender Trockenheit und überdurchschnittlichen Temperaturen auf. Der aktuelle Waldzustandsbericht zeigt: Nur etwa jeder fünfte Baum ist frei von Kronenschäden.

Auch Stadt- und Alleebäume leiden zunehmend unter Trockenstress. Häufig fehlt es an durchwurzelbarem Raum, Böden sind verdichtet und schlecht belüftet. Gleichzeitig verändert sich der Niederschlag: Regen fällt seltener, dafür häufiger als Starkregen, der von ausgetrockneten Böden kaum aufgenommen wird und ungenutzt abfließt.

Das Konzept der „Schwammstadt“ setzt genau hier an: Durch Entsiegelung, Begrünung und bessere Wasserspeicherung sollen Städte klimaresilienter werden und die kühlende Wirkung von Grünflächen gezielt stärken.

Mehr Informationen:

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Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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