Symbolbild ©Adobe Stock/ r_tee
Sachsen leidet unter Wasserknappheit, Waldschäden und Biodiversitätsverlust – und fordert trotzdem immer wieder die Aufhebung der EU-Wiederherstellungsverordnung zugunsten bloßer Freiwilligkeit. Der BUND Sachsen widerspricht dieser Forderung klar.
Professor Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen und Umweltjurist, erklärt: „Die Verordnung zielt auf den Erhalt der Biodiversität, die seit langem ungebremst schwindet. Dieses Ziel ist für Natur und Klima unverzichtbar. Das Problem der Verordnung ist nicht, dass sie zu viel verlangt – sondern dass sie noch viel zu viele Ausnahmen und zu vage Vorgaben enthält, um wirklich wirksam zu sein. Die Maßnahmen wie die Wiedervernässung von Mooren sind keine Schikane, sondern eine wirksame Klimaschutzmaßnahme. Jeden Euro, den wir heute in den Naturschutz investieren, sparen wir vielfach an künftigen Klimawandel- und Biodiversitätsverlust-Folgekosten. Um das zu erreichen, sollte die EU jedoch die zu ergreifenden Maßnahmen konkreter vorgeben – etwa eine Mengensteuerung der Tierhaltung, um Klima und Biodiversität zu entlasten und der Landwirtschaft mehr Fläche zu geben. Und einen Umbau der EU-Agrarsubventionen hin zu Geldern nur noch für ökologische Leistungen wie Moor-Wiedervernässung. Genau die Parteifreunde der sächsischen Staatsregierung in Brüssel sind es jedoch, die solche wissenschaftlich weithin geforderten Ansätze bislang verhindern.“
Naturwiederherstellung braucht auch deshalb Verbindlichkeit, weil freiwillige Maßnahmen den schlechten Zustand vieler Ökosysteme nicht hinreichend verbessern werden. Zudem sind bestehende Praxisprobleme kein Argument gegen die Verordnung, sondern für eine bessere Umsetzung. Der BUND Sachsen fordert die Landesregierung erneut auf, konstruktiv an der Umsetzung der Verordnung mitzuwirken – statt auf europäischer Ebene Rückschritte zu betreiben.
Hintergrund: Die EU-Wiederherstellungsverordnung ist seit August 2024 in Kraft und verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2030 auf mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresflächen Wiederherstellungsmaßnahmen umzusetzen.
_________
Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70
