BUND Sachsen und Gemeinde Radibor werten zwei Gewässerabschnitte auf

14. April 2026 | Umweltbildung, Naturschutz, Lebensräume, Flüsse & Gewässer

Letztes Bauseminar im Projekt „Lebendige Ufer“ des BUND Sachsen

Menschen arbeiten an einem Graben und pflanzen Pflanzen zwischen Stämmen und wickeln Draht drum. Bauseminar Radibor 08.04.2026 ©BUND Sachsen

Radibor/Milkel. Der BUND Sachsen wertete gemeinsam mit der Gemeinde Radibor im Rahmen des Projekts „Lebendige Ufer“ zwei Grabenabschnitte der lokal typischen Teichwirtschaft naturnah auf: am Raudener Abflussgraben sowie an einem Graben des Schielensteichs. Dafür kamen am 25. und 26. März 2026 insgesamt 25 Mitarbeitende der Kommune sowie Akteurinnen und Akteure aus der Gewässerunterhaltung zu einem Bauseminar zusammen. Insgesamt wurden während der zwei Seminartage 210 Gehölze gepflanzt, 10 Rechenbuhnen eingebaut, 80 Setzstangen und 360 Steckhölzer gesetzt sowie 12 Lebendfaschinen und 20 Totfaschinen installiert.

Projektkoordinatorin Julia Becher vom BUND Sachsen betont die Bedeutung praxisnaher Unterstützung für Kommunen: „Wir merken immer wieder, wie groß der Bedarf an schnellen und unkomplizierten Maßnahmen zur Gewässeraufwertung ist. Hier können wir unsere Stärken zeigen: Die konkrete Planung für diese Maßnahme begann im Januar und wurde innerhalb von drei Monaten umgesetzt. Auch der Austausch zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren bei den Veranstaltungen ist immer wieder enorm wertvoll.“

An den beiden Seminartagen erhielten die Teilnehmenden zunächst einen theoretischen Einblick in die verwendeten Materialien, ingenieurbiologischen Bauweisen sowie in den detaillierten Plan zur ökologischen Aufwertung der Gewässerabschnitte. Anschließend ging es direkt ans Gewässer: In vier Teams wurden für den Auenbereich typische Gehölze gepflanzt, Rechenbuhnen gesetzt, Steckhölzer und Setzstangen verbaut sowie Lebendfaschinen aus Weidenmaterial gebunden und eingebaut. Diese Maßnahmen unterstützen die eigendynamische Entwicklung der Gewässer, stabilisieren die zuvor neu modellierten Böschungen und schaffen wertvolle Strukturen für wasserlebende Tiere.

Bereits eine Woche zuvor wurden mit Freiwilligen Faschinen aus Birkenmaterial gebunden. Diese wurden im Rahmen des Bauseminars als natürliche Sohlanhebung in den Raudener Abflussgraben eingebaut, da dieser durch wiederholtes Ausräumen von Schlamm stark eingetieft ist. So sollen die Gewässersohle angehoben und die Uferbäume stabilisiert werden. Planerisch wird das Vorhaben durch Stowasserplan begleitet, dessen Mitarbeitende auch das Bauseminar leiteten.

Hintergrund:
Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

Mit Bauseminaren und weiteren Veranstaltungen möchte der BUND Sachsen die Kommunen im Freistaat bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aktiv unterstützen. Diese verpflichtet die Kommunen dazu, berichtspflichtige Gewässer bis 2027 in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Doch aktuell befinden sich rund 93 Prozent der kleinen Flüsse und Bäche in Sachsen in keinem guten Zustand – vor allem aufgrund stofflicher Belastungen und struktureller Beeinträchtigungen durch Gewässerverbauungen.

Im Projekt „Lebendige Ufer“ werden Mitarbeitende der Gemeinden und Bauhöfe praxisnah und theoretisch geschult, um Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung mithilfe ingenieurbiologischer Bauweisen zu planen und umzusetzen. Die verwendeten lebenden Pflanzen und Pflanzenteile sichern Ufer, beschatten Gewässer und fördern die Entwicklung wertvoller Gewässerrandstreifen. Solche naturnah gestalteten Bäche erhöhen den Wasserrückhalt in der Landschaft, sind widerstandsfähiger gegenüber Extremereignissen und können langfristig die Kosten der Gewässerunterhaltung senken.

Mehr Informationen unter: https://www.bund-sachsen.de/wasser/lebendige-ufer/

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Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

Förderung:

Das Projekt „Lebendige Ufer“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut das Förderprogramm als Projektträgerin im Auftrag des BMUV. Weitere Informationen unter www.z-u-g.org/komona.

Die Naturstiftung David kofinanziert das Projekt. 

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