BUND und Weiterdenken veröffentlichen Kohleatlas Sachsen 2026

19. März 2026 | Kohle, Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik, Umweltbildung, Braunkohle

Die Kohle verschwindet, Herausforderungen bleiben.

Titelbild des Kohleatlas Sachsen 2026 Kohleatlas Sachsen, Stockmar, CC BY 4.0

Sachsen. Mit dem heute veröffentlichten Kohleatlas Sachsen 2026 bündeln der BUND Sachsen und Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen aktuelle Daten, wissenschaftliche Analysen und Beispiele aus den sächsischen Kohlerevieren. Dabei geht es um Herausforderungen wie etwa ökologische und finanzielle Risiken des Braunkohleabbaus. Im Fokus stehen die Absicherung der milliardenschweren Kohle-Folgekosten sowie der Umgang mit Wasserdefiziten und dadurch erwachsenden Risiken für Flüsse und Trinkwasser. Doch es wird auch auf die Chancen in den Regionen, etwa durch zivilgesellschaftliches Engagement und den Ausbau erneuerbarer Energien, geblickt.

Der Atlas macht deutlich: Die Folgen des Braunkohleabbaus werden Sachsen noch Jahrzehnte beschäftigen und Milliarden kosten. Gleichzeitig steht die intransparente Finanzierung der Rekultivierung durch die Kohlekonzerne in Kritik.

„Sachsen hat jahrzehntelang von der Braunkohle profitiert. Aber jetzt zeigt sich immer deutlicher: Die Rechnung für die Schäden kommt erst noch“, sagt Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. „Wenn Kohlekonzerne Gewinne privatisieren, während mögliche Milliardenrisiken bei der Allgemeinheit landen, ist das weder ökonomisch vernünftig noch politisch akzeptabel.“

Grit Ebert, Bildungsreferentin bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, nimmt die Chancen des Kohleausstiegs in den Blick: „Erneuerbare Energien, Seen als Wasserspeicher oder Wärmequelle, Dörfer, die dem restlichen Deutschland zeigen, wie sozialökologische Transformation funktionieren kann: Die einstigen Kohleregionen bergen enormes Zukunftspotential! Doch die Fülle an Potential kann nur gemeinsam gehoben werden – demokratisch organisiert, transparent und mit echtem Engagement für die Region.“

Der Kohleatlas zeigt, dass der Strukturwandel auch Chancen bietet. Doch langfristig können neue Perspektiven für die Regionen nur geschaffen werden, wenn die Finanzierung der Altlasten gesichert ist und die Bevölkerung aktiv beteiligt wird.

„Die Pariser 1,5-Grad-Grenze lässt für Industriestaaten praktisch kein Treibhausgasbudget mehr übrig“, sagt Ekardt. „Umso absurder ist es, dass wir in Sachsen weiterhin über Kohleverstromung bis 2038 sprechen. Statt fossile Altlasten zu verwalten, müssen wir konsequent auf erneuerbare Energien und eine nachhaltige Regionalentwicklung setzen.“

Der Kohleatlas Sachsen 2026 versteht sich als Beitrag zur Debatte über den sozialökologischen Umbau der Kohleregionen. Er wird am Freitag, den 20. März 2026, ab 18 Uhr, in Leipzig (UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12A) im Rahmen der Leipziger Buchmesse durch Autor:innen und Expert:innen vorgestellt und diskutiert. 

Download Kohleatlas 2026

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Pressekontakt 
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | presse(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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