Sachsens Gewässer in schlechtem Zustand – jetzt nicht zu handeln, wird teuer

22. März 2026 | Flüsse & Gewässer, Naturschutz, Umweltbildung, Nachhaltigkeit

Fluss umgeben von grüner Wiese und Bäumen Symbolbild ©Adobe Stock I iLUX

Zum Weltwassertag am 22. März warnt der BUND Sachsen vor der dramatischen Lage der Gewässer im Freistaat. Nur 43 Prozent der sächsischen Standgewässer und sogar nur 7 Prozent der Fließgewässer befinden sich in einem guten ökologischen Zustand. Damit ist Sachsen weit davon entfernt, die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie fristgerecht zu erreichen. Diese verpflichtet die Mitgliedstaaten, ihre Gewässer bis spätestens 2027 mindestens in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen.

„Über Gewässer wird oft erst dann gesprochen, wenn Flüsse Niedrigwasser führen, Seen kippen oder der Grundwasserspiegel sinkt. Dabei ist Gewässerschutz eine zentrale Zukunftsfrage für Sachsen – für Klimaresilienz, Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Landwirtschaft und kommunale Daseinsvorsorge“, erklärt der Vorsitzende des BUND Sachsen, Felix Ekardt.

Wird die Umsetzung weiter verschleppt, drohen nicht nur ökologische Schäden, sondern auch erhebliche finanzielle Folgen. Werden die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie verfehlt, kann ein EU-Verfahren gegen Deutschland folgen – mit möglichen Millionenstrafen und täglichen Strafzahlungen. Treffen würde das zunächst die Bundesebene, doch können die Kosten am Ende aber auch Sachsen belasten. Zudem ist ein besserer Gewässerschutz inzwischen auch durch die EU-Wiederherstellungsverordnung zum Naturschutz vorgegeben. Sie verlangt, Ökosysteme nicht nur nicht mehr zu zerstören, sondern in großem Umfang auch wiederherzustellen. Sachsen versucht die Verordnung bisher weitgehend zu blockieren.

Für Sachsen wäre weiteres Zögern doppelt teuer. Es geht nicht nur um mögliche EU-rechtliche Konsequenzen, sondern auch um die realen Folgekosten vor Ort: mehr Dürre, höhere Hochwasserrisiken, mehr Druck auf Natur, Landwirtschaft und Kommunen. Gleichzeitig ist konsequenter Gewässerschutz auch ökonomisch sinnvoll. Investitionen in Renaturierung und ökologische Gewässerentwicklung zahlen sich langfristig aus, während Untätigkeit deutlich teurer wird.

Der BUND Sachsen fordert deshalb, Gewässerschutz im Freistaat endlich politisch und finanziell zu priorisieren. Nötig sind vor allem eine verlässliche und mehrjährige Absicherung der Arbeit der Landestalsperrenverwaltung und der Kommunen, ausreichende finanzielle Ausstattung der Förderrichtlinien Gewässer-/Hochwasserschutz und Natürliches Erbe, dauerhaft gesicherte Gewässerberatung und fachliche Unterstützung für Kommunen bei Planung und Umsetzung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen sowie wirksame Anreize, um die Landwirtschaft stärker in die Umsetzung einzubeziehen. Die Wasserrahmenrichtlinie muss nicht neu verhandelt werden, sie muss endlich umgesetzt werden.

Dass schon kleine und einfache Maßnahmen große Wirkungen erzielen können, zeigt der Einsatz des BUND Sachsen. Gemeinsam mit sächsischen Kommunen setzt sich der BUND Sachsen dafür ein, Gewässer naturnah zu entwickeln, Ufer ökologisch aufzuwerten und Wasser länger in der Landschaft zu halten. 

„Gewässerschutz darf nicht weiter Stückwerk bleiben. Was jetzt gebraucht wird, sind politische Priorität, verlässliche Finanzierung und eine dauerhafte Unterstützung für Kommunen. Nur so kann aus den Verpflichtungen bis 2027 endlich konkrete und flächendeckende Gewässerentwicklung werden“, so Felix Ekardt.

Für Rückfragen und Interviews zum Zustand der sächsischen Gewässer, zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sowie zu unseren Projekten stehen wir gern zur Verfügung.

Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | presse(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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