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BUND Landesverband Sachsen

Nachwuchs gesichtet: Wildkätzchen im Wald lassen

18. April 2018 | Wildkatze, Wälder, Naturschutz

In den kommenden Monaten kann es in Sachsens Wäldern vermehrt zur Sichtung junger Wildkatzen kommen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Sachsen bittet Spaziergänger und Wanderer, die Jungtiere nicht anzufassen oder gar mitzunehmen.

Wildkätzchen im Wald lassen  (Thomas Stephan / BUND )

In den kommenden Monaten kann es in Sachsens Wäldern vermehrt zur Sichtung junger Wildkatzen kommen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Sachsen bittet Spaziergänger und Wanderer, die Jungtiere nicht anzufassen oder gar mitzunehmen, auch wenn sie scheinbar allein und scheinbar mutterlos angetroffen werden.

„Immer wieder lesen besorgte Tierfreunde in dieser Jahreszeit junge Wildkätzchen auf, bringen sie zu Tierärzten oder Schutzstationen oder behalten sie einfach zu Hause. Davon raten wir dringend ab. Das Muttertier ist in der Regel nicht weit weg, gerade kurz auf Mäusejagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe“, erläutert Theresa Warnk, Projektkoordinatorin des Rettungsnetzes Wildkatze beim BUND Sachsen. Zudem sei das Immunsystem der Wildkatze und insbesondere der Jungtiere nicht gegen Infektionen mit Hauskatzenkrankheiten gewappnet. Warnk rät: „Die Jungtiere sollten – wenn überhaupt – nur kurz aus größerer Entfernung beobachtet werden. Die Haltung der streng geschützten Wildkatzen in Privathaushalten ist darüber hinaus verboten. Die Tiere landen dann bestenfalls in Schutzstationen. Auswilderungen – wieder zurück in die freie Natur – klappen leider nicht immer. Daher gilt: Bitte nicht anfassen oder stören. Wenn Spaziergänger aber Zweifel haben, ist es sinnvoll, den BUND Sachsen zu kontaktieren, und die Stelle, an der die Kätzchen gesichtet wurden, mitzuteilen.“

Häufig werden die grau-getigerten Wildkätzchen für Nachwuchs verwilderter Hauskatzen gehalten. „Insbesondere junge Wildkatzen sehen Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich“, erläutert Warnk. „Wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Spitze als Wildkatze besser zu erkennen.“

Für die Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen Wildkatzen Baumhöhlen, Totholz, umgeworfene Wurzelteller und dichtes Gestrüpp als Versteck für ihre Jungen. Sturmtief Friederike hatte Mitte Januar unzählige Bäume entwurzelt und damit vielerorts ideale natürliche Wurf- und Ruheplätze für die Wildkatze geschaffen. Warnk: „Wir fordern deswegen Förster und Waldbesitzer auf, die Chance für strukturreichere Wälder zu nutzen und den Windwurf der Winterstürme wo es möglich ist in den Wäldern zu belassen.“

Erfreut zeigte sich die BUND-Wildtierexpertin über die gestiegene Anzahl von Wildkatzen, war die scheue Wildkatze doch einst fast ausgerottet. „Die größte Bedrohung für die Wildkatze ist und bleibt die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch Ackerflächen, Straßen und Siedlungen", führt Warnk weiter aus. Damit die isolierten Populationen und viele andere gefährdete Tiere eine Überlebenschance haben, ist ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Wäldern notwendig.

Weitere Informationen:
Die Wildkatze wurde in Sachsen im Leipziger Auwald, der Dübener Heide und im Vogtland nachgewiesen. Eine druckfähige Karte zur Verbreitung der Wildkatze in Deutschland finden Sie unter www.bund.net/wildkatzenfotos

Wer Wildkatzenjunge gesehen hat, kann dies dem BUND „Rettungsnetz Wildkatze“ melden: www.bund-sachsen.de/wildkatzenmeldungen

Pressefotos: www.bund.net/wildkatzenfotos, © siehe Fotobeschreibung

Pressekontakt: Theresa Warnk, Projektkoordination Rettungsnetz Wildkatze Sachsen, Tel. 0341 8626 7873, E-Mail: theresa.warnk(at)bund-sachsen.de

 

 

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