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BUND Landesverband Sachsen

Respekt vor dem Wolf

19. Oktober 2018 | BUND, Lebensräume, Naturschutz

Der Wolf gehört zu Sachsen. Das Land Sachsen muss ihn schützen, nicht zum Abschuss freigeben.

Foto: Doris Opitz/pixelio.de

In seinem heute veröffentlichten Positionspapier fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen die Landesregierung auf, den Wolf aus dem sächsischen Jagdrecht zu entfernen. Stattdessen solle das Tier ausschließlich dem Naturschutzrecht unterstellt werden. Seit 2012 unterliegt der Wolf dem Jagdrecht in Sachsen, besitzt dabei aber eine ganzjährige Schonzeit.

Gemeinsam mit den Bundesländern Brandenburg und Niedersachsen verlangt Sachsen vor dem Bundesrat heute eine Änderung des Naturschutzgesetzes. Der Wolf soll als „bewirtschaftbare Art“ neu eingestuft werden. Mehr Akzeptanz für den Artenschutz bei den Menschen in den betroffenen Regionen will Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister, Thomas Schmidt (CDU), auf diese Weise nach seinem Bekunden schaffen. „Akzeptanz für den Artenschutz erreichen wir nicht, wenn wir dessen Kriterien aus populistischen Gründen aufweichen“, sagt dazu Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. „Ein enges, wissenschaftliches Monitoring der Wolfspopulationen, objektive Aufklärung und unbürokratische Unterstützung von Tierhaltern, um Wolfsrissen vorzubeugen, sorgen am Ende dafür, dass aus Angst vor dem Tier wieder Respekt wird und die Gesellschaft sachlich und erfolgreich mit dem Wolf umgehen kann.“ Laut einer Forsa-Umfrage vom März 2018 verbanden 55 Prozent der Befragten mit dem Wolf positive und nur 12 Prozent negative Gefühle.

Die CDU Sachsen zählt trotzdem im langsam anlaufenden Landtagswahlkampf Stimmen – in einer Online-Kampagne, in der man für einen vereinfachten Wolfs-Abschuss voten kann. Wölfe stehen jedoch naturschutzrechtlich unter strengem Schutz. „Dem Wolf ist Respekt entgegen zu bringen. Ebenso muss der Respekt des Wolfes vor dem Menschen aufrecht erhalten werden“, sagt Felix Ekardt. Auch angesichts aktueller Wolfsrisse in der Lausitz betont der BUND-Vorsitzende: „Nicht der Wolf ist das Problem, sondern die mangelnde Unterstützung der Weidetierhalter beim Schutz ihrer Tiere.“ Der BUND Sachsen fordert eine 100-prozentige Förderung des Herdenschutzes aus EU- und Landesmitteln, um Wolfsrissen vorzubeugen. Die Weidetierhaltung ist für den Klima- und Biodiversitätsschutz ökologisch wichtig. Der Wolf aber eben auch: So rotten sich durch den Wolf Wildschweine zusammen, Rehe werden scheu. Bei „auffälligen“ Tieren ist schon heute beispielsweise nach dem Wolfsmanagementplan des Landes Sachsen deren „Entfernung aus der Natur“ im Extremfall möglich, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind oder wider Erwarten eine Gefahr für Menschen besteht. Insgesamt wären mehr Aufmerksamkeit und weniger Sensationslust sinnvoll im Umgang mit dem Wolf.

Weitere Informationen:

Positionspapier Wolf

Pressekontakt:
Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Tel. 0341/ 49 27 78 66, felix.ekardt(at)bund-sachsen.de

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