Umweltministerkonferenz: Politik muss Wasserresilienz als Chance für Sachsen nutzen

11. Mai 2026 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Stellungnahmen

Person mit Gummistiefel läuft durch Hochwasser. Symbolbild ©Adobe Stock/sunakri

Leipzig.  Der BUND Sachsen begrüßt, dass die Umweltministerkonferenz in Leipzig den Fokus und die Ambitionen auf Wasserresilienz legt. Im Fokus der Beratungen standen unter anderem Trinkwasserschutz, klimaangepasste Wasserversorgung, Dürre- und Niedrigwasserrisikomanagement sowie die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Damit wird erneut deutlich, welche zentrale Bedeutung Wasser für die Zukunft Sachsens hat. Investitionen in gesunde Gewässer und funktionierende Wasserkreisläufe stärken nicht nur Natur und Artenvielfalt, sondern auch Hochwasserschutz, Klimaanpassung, kommunale Handlungsfähigkeit und die Lebensqualität im Freistaat.

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, erklärt: „Wasserresilienz ist für Sachsen weit mehr als ein Umweltthema. Sie entscheidet mit darüber, wie gut wir uns an Dürren, Hochwasser und Nutzungskonflikte anpassen können, wie zukunftsfähig unsere Kommunen sind und wie attraktiv Sachsen als Lebens- und Wirtschaftsraum bleibt. Wer jetzt in gesunde Gewässer und starke Strukturen investiert, schützt nicht nur Natur, sondern stärkt auch Vorsorge, Planungssicherheit und regionale Entwicklung.“

Der Handlungsdruck ist in Sachsen seit Jahren sichtbar. Nur rund sieben Prozent der Fließgewässer in Sachsen befinden sich in einem guten ökologischen Zustand. Gleichzeitig scheitert die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie immer wieder an denselben Hürden: fehlende Flächen, zu wenig Personal, geringe kommunale Spielräume und eine unzureichende Finanzierung.

Auch der Freistaat selbst hat den Handlungsbedarf benannt. Im Handlungsprogramm „Zukunft Wasser für Sachsen“ wird für die kommenden zehn Jahre ein Investitionsbedarf von rund 1,6 Milliarden Euro beschrieben. Damit die vorhandenen Potenziale tatsächlich genutzt werden können, braucht es jetzt konkrete politische Entscheidungen und verlässliche Strukturen.

Aus Sicht des BUND Sachsen sind dafür vor allem zwei Schritte notwendig. Erstens muss der Freistaat den Gewässer- und Wasserschutz im nächsten Doppelhaushalt so absichern, dass Gewässerentwicklung, Renaturierung, Flächensicherung und kommunale Umsetzung dauerhaft finanziert werden können. Wer den Schutz der Wasserressourcen ernst meint, darf diese Zukunftsaufgabe nicht weiter strukturell unterfinanzieren.

Zweitens braucht Sachsen starke Unterhaltungsverbände für eine naturnahe Gewässerentwicklung. Viele Kommunen sind für die Aufgaben an ihren Gewässern personell und finanziell nicht ausreichend ausgestattet. Unterhaltungsverbände können hier dauerhaft Fachkompetenz und Umsetzung vor Ort sichern. Dafür braucht es entweder eine verlässliche finanzielle Unterstützung durch das Land oder Änderungen im Sächsischen Wassergesetz, damit Kommunen Beiträge für Gewässermaßnahmen erheben und langfristige Finanzierungsgrundlagen schaffen können.

Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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