Felix Ekardt eröffnet den Abend ©BUND Sachsen
Sachsen sieht sich mit sinkenden Grundwasserspiegeln, ausgetrockneten Böden und klimabedingten Dürreperioden konfrontiert – Entwicklungen, die Landwirtschaft, Kommunen und Ökosysteme gleichermaßen bedrohen. Die EU-Wiederherstellungsverordnung bietet hier die Chance, dem Verlust naturnaher Landschaften und der zunehmenden Wasserknappheit wirksam zu begegnen. Dabei ist die EU-Verordnung und deren Umsetzung nur ein Schritt auf dem Weg zur Renaturierung ganzer Landstriche und Gewässer, die im Zuge der kohleabbaubedingten Transformation Sachsens anfallen.
Fachliche Impulse und ergiebiger Austausch
Nach der Begrüßung durch Helen Garber (Geschäftsführerin BUND Sachsen) und Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt (Vorsitzender BUND Sachsen) folgten zwei Impulsvorträge: Prof. Dr. Josef Settele (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, IPBES) beleuchtete die ökologischen Aspekte der Verordnung und gab Einblick in die komplexen internationalen Gesetzgebungsverhandlungen. Dr. Franziska Heß (stv. Vorsitzende BUND Sachsen & Fachanwältin für Verwaltungsrecht) legte die rechtlichen Rahmenbedingungen noch einmal aus und nahm Bezug auf die kommenden Umsetzungsaufgaben des Freistaates Sachsen. In der anschließenden Diskussion mit Dr. Regina Heinecke-Schmitt (SMUL), moderiert von Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, wurden konkrete Handlungsmöglichkeiten für Sachsen erörtert. Fragen aus dem Publikum rundeten den inhaltlichen Teil der Veranstaltung ab.
Einig waren sich die Referent:innen darin, dass eine Abschwächung der Verordnung ökonomische Risiken berge. Alle betonten die verfassungs-, europa- und völkerrechtliche Dimension eines stärkeren Schutzes von Wasser und Natur. Denn nur durch den Erhalt und die Stärkung unserer natürlichen Lebensgrundlagen können wir die Widerstandsfähigkeit unserer Landschaften und die Lebensqualität in Stadt und Land nachhaltig sichern. Insgesamt konnten wir als BUND Sachsen mit dem Abend vor vielen Entscheidungsträgern deutlich machen: Natur, Klima und wirtschaftliche Chancen gleichermaßen verlangen eine beschleunigte und konkretisierte Umsetzung der Verordnung und gerade keine Abschwächung, in Sachsen und letztlich der gesamten EU.
Netzwerken bei vorweihnachtlicher Atmosphäre
Die Teilnehmer:innen nutzten die Gelegenheit, sich über die Schnittstellen von Naturschutz und nachhaltigem Wirtschaften, sowie sich über die Frage der naturverträglichen Energiewende auszutauschen und gemeinsam Perspektiven für ein zukunftsfähiges Sachsen zu entwickeln.
Wir danken allen Expert:innen und Teilnehmenden des Abends und freuen uns auf den weiteren inhaltlichen Austausch.
