Kommentar: Klima ist nicht Wetter

27. Juni 2026 | Klimawandel, Kohle, Energiewende, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik, Suffizienz

Der Vorsitzende des BUND Sachsen Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt verfasst einmal monatlich einen politischen Kommentar. Hier ist die Juni-Ausgabe:

Felix Ekardt Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen ©kernjulian.com

Man kann es nicht oft genug sagen: Klima ist nicht Wetter. So wenig sich drei Schneetage als Widerlegung des Klimawandels eignen, so wenig liefert eine Woche mit Rekordhitze irgendeinen schlagenden Beweis, der bisher gefehlt hätte dafür, dass sich die Erde erhitzt. Die Durchschnittstemperaturen über die Jahrzehnte sprechen derweil eine eindeutige Sprache: Die Erde erwärmt sich. Und entsprechend den Vorhersagen der naturwissenschaftlichen Klimaforschung führt das auch zu mehr Wetterextremen – nicht nur Naturkatastrophen, sondern auch einzelnen extrem heißen Tagen.

Deshalb gilt kraft Umweltvölkerrecht und Menschenrechten für die globale Erwärmung die Pariser Temperatur-Grenze von 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Temperaturniveau. Diese Grenze versteht sich als die gemittelte Temperatur über ein Jahrzehnt. Selbst mit dieser Mittelung überschreitet die Welt die Grenze derzeit bereits. Das deckt sich mit den jährlichen Aktualisierungen der IPCC-Daten seitens eines internationalen Forscherteams, die zeigen: Für eine 67-prozentige Einhaltungswahrscheinlichkeit für global 1,5 Grad ist schon heute das weltweite Budget erschöpft. In Industriestaaten wie Deutschland ist es sogar schon lange überschritten. Denn diejenigen Staaten weltweit, die zum einen ökonomisch sehr leistungsfähig sind und zum anderen historisch besonders viel Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen haben (es hält sich dort Jahrhunderte), müssen noch deutlich stärker ihre Emissionen senken als der globale Durchschnitt.

Die Politik in Deutschland, Europa und oft auch der Welt tut trotzdem gerade das Gegenteil. Und will den angekündigten Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen – der auch für den Schutz von Wohlstand, Frieden und Demokratie elementar nötig ist – nun wieder ganz zurückdrehen. Wir als BUND kämpfen nicht nur um politische Mehrheiten, die das nicht zulassen. Wir bereiten derzeit auch weitere Klagen gegen die kontraproduktive deutsch-europäische Klimagesetzgebung vor.

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A.
Vorsitzender des BUND Sachsen

ferner: Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik www.sustainability-justice-climate.eu
Juristische Fakultät, Interdisziplinäre Fakultät und Wissenschaftscampus Phosphorforschung, Universität Rostock

Viele Publikationen, Medienbeiträge, Projekte und Vorträge von Felix Ekardt gibt es auch auf www.researchgate.net/profile/Felix_Ekardt

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