Doppelhaushalt 2027/28 in Sachsen

25. Juni 2026 | Flüsse & Gewässer, Klimawandel, Lebensräume, Naturschutz, Nachhaltigkeit, Moore, Stellungnahmen, Umweltbildung

Chance nutzen, denn Demokratie, Umweltschutz und Wohlstand gelingen dauerhaft nur gemeinsam

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Doppelhaushalt 2027/28: Chance nutzen, denn Demokratie, Umweltschutz und Wohlstand gelingen dauerhaft nur gemeinsam

Dresden. Der Doppelhaushalt 2027/2028 ist potenziell der strategische Kompass für die Entwicklung des Freistaates in herausfordernden Zeiten. Ein kluger und mutiger Haushalt begreift Naturschutz, Umweltbildung und gesellschaftliche Teilhabe nicht als nachrangige Ausgaben, sondern als essenzielle Investitionen in die Zukunftsfähigkeit Sachsens. Eine intakte Natur und funktionierende Ökosysteme sind das Fundament für unsere regionale Entwicklung, einen attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum sowie für eine verlässliche Versorgungssicherheit. 

Wer hier spart, verschiebt Kosten nur in die Zukunft und macht sie am Ende deutlich größer. Der kommende Haushalt muss deshalb einer der Vorsorge werden“, erklärt Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. „Aus Sicht des BUND Sachsen liegen die größten Chancen dort, wo mit vergleichsweise geringen Mitteln eine große Wirkung für Kommunen, Natur und Zivilgesellschaft erzielt werden kann. Dazu gehören insbesondere klimafeste kommunale Investitionen, praktischer Naturschutz, Moorschutz, Gewässerschutz und Umweltbildung.“

Der BUND Sachsen fordert, neue kommunale Kredit- und Investitionsspielräume konsequent an Klima- und Nachhaltigkeitskriterien zu koppeln. Wenn Kitas, Schulen, soziale Einrichtungen oder kommunale Infrastruktur saniert oder neu gebaut werden, müssen Energieeffizienz, Hitzeschutz, Begrünung, Entsiegelung, Regenwassermanagement und erneuerbare Energien von Anfang an mitgedacht werden. Das senkt langfristig Betriebskosten und macht öffentliche Einrichtungen widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und steigende Energiepreise.

Ein weiterer Schwerpunkt muss der Moorschutz sein. Moore sind Schlüsselelemente für widerstandsfähige, gesunde Landschaften und lebenswerte ländliche Räume. Um ihr riesiges Potenzial für Klimaschutz, Wasserrückhalt und Artenvielfalt voll auszuschöpfen, braucht Sachsen im Doppelhaushalt einen dedizierten Umsetzungstitel für Moorrenaturierung. Dieser muss mit ausreichenden Personalressourcen, Sachmitteln und Flächenzugriff ausgestattet sein. Die bisherigen drei Moorkoordinatoren ohne ausreichende Mittel reichen nicht aus, um die dringend notwendigen Fortschritte zu erzielen. 

Auch das Förderprogramm „Natürliches Erbe“ muss mindestens auf bisherigem Niveau gesichert und perspektivisch bedarfsgerecht aufgestockt werden. Es ist das zentrale Instrument für praktischen Naturschutz in Sachsen. Weitere Kürzungen würden Vereine, Landwirtschaft, regionale Akteure und den ländlichen Raum ausbremsen. Gleiches gilt für die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), die als zentrale Institution für Umweltbildung, Vernetzung und niedrigschwellige Naturschutzförderung stabil finanziert werden muss.

Die Stellungnahmenarbeit der anerkannten Naturschutzvereinigungen muss mindestens auf dem bisherigen Niveau von 400.000 Euro jährlich gesichert und inflationsangepasst verstetigt werden. Qualifizierte Stellungnahmen sind keine Verfahrensbremse, sondern Qualitätssicherung: Sie erhöhen Rechtssicherheit, klären Konflikte frühzeitig, schaffen gesellschaftlichen Frieden und entlasten Behörden sowie Kommunen.

Beim Gewässerschutz fordert der BUND Sachsen mehr Unterstützung für Kommunen. Saubere und naturnahe Gewässer sind Daseinsvorsorge, Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Artenvielfalt zugleich. Der Freistaat muss die Mittel deutlich aufstocken oder strukturell nachsteuern, etwa durch starke Unterhaltungsverbände mit verlässlicher Finanzierungsgrundlage.

Darüber hinaus müssen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie Kinder- und Jugendarbeit dauerhaft abgesichert werden. BNE-Strukturen, freie Träger und Jugendverbände vermitteln Zukunftskompetenzen, stärken Demokratiebildung und ermöglichen jungen Menschen Teilhabe. 

Der BUND Sachsen appelliert an Staatsregierung und Landtag, den Doppelhaushalt 2027/28 als Chance zu nutzen: Demokratie, Umweltschutz und Wohlstand gelingen dauerhaft nur gemeinsam. Wer heute in Naturschutz, Klimaanpassung, Bildung und Teilhabe investiert, vermeidet morgen deutlich höhere Kosten.

Das vollständige Forderungspapier des BUND Sachsen zum Doppelhaushalt 2027/28 finden Sie hier: https://www.bund-sachsen.de/mensch-umwelt/klimaenergie/forderungen-doppelhaushalt/ 

Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | presse(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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