Die Boselspitze in Meißen ist ein wunderbarer trockenwaremer Standort ©Martin Jehnichen
Dresden. Der BUND Sachsen hat im Dezember vergangenen Jahres sein bislang umfangreichstes Naturschutzprojekt gestartet: „XERO – Biotopverbund trockenwarmer Lebensräume im sächsischen Elbtal" widmet sich über sechs Jahre dem Schutz und der Vernetzung einzigartiger Trockenstandorte. Das Projekt wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und wird durch die Naturstiftung David unterstützt. Zum Projektgebiet gehören die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen sowie die Stadt Dresden.
An den sonnigen Hängen des sächsischen Elbtals finden zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ihre Rückzugsräume. Diese wärmegeprägten Biotope sind jedoch oft kleinflächig und voneinander isoliert. Mit XERO werden diese wertvollen Lebensräume durch gezielte Maßnahmen miteinander verbunden. „Die trockenwarmen Lebensräume sind Oasen der Artenvielfalt – aber sie dürfen keine isolierten Inseln bleiben", betont Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. „Mit XERO schaffen wir Verbindungen, die gerade in Zeiten des Klimawandels überlebenswichtig für die dort lebenden Pflanzen und Tiere sind."
Zu den typischen Bewohnern der trockenwarmen Lebensräume zählen Reptilien wie die Zauneidechse und die Schlingnatter sowie faszinierende Schmetterlingsarten wie der Fetthennen-Bläuling und der Segelfalter. Darüber hinaus profitieren seltene Vogelarten wie Wiedehopf und Wendehals sowie zahlreiche Wildbienen- und Heuschreckenarten von den Projektmaßnahmen.
Die trockenwarmen Biotope sind größtenteils durch traditionelle, extensive Nutzung entstanden. Regelmäßige Mahd oder Beweidung führten zur Ausbildung artenreicher, magerer Offenlandflächen mit einer an Hitze und Trockenheit angepassten Flora und Fauna. Im Fokus von XERO stehen neben Trockenrasen unter anderem auch wärmegeprägte Streuobstwiesen, Steinbrüche, Lesesteinhaufen und Trockenmauern sowie lichte xerotherme Wälder.
Ein vierköpfiges Team setzt die Maßnahmen um: Zwei Mitarbeitende koordinieren die naturschutzfachliche Arbeit, zwei weitere bilden das Rückgrat der praktischen Umsetzung vor Ort. Unterstützt werden sie durch weitere BUND-Mitarbeitende im Freiwilligenmanagement und der Öffentlichkeitsarbeit. Nach Jahren intensiver Vorbereitung ist damit sowohl in der Laufzeit als auch im Umfang der bewilligten Fördermittel das größte Projekt in der Geschichte des BUND Sachsen gestartet.
