Bürgerschaftliches Engagement rettet Feuersalamander-Larven

21. Juli 2026 | Feuersalamander, Flüsse & Gewässer, Klimawandel, Lebensräume, Naturschutz

Schnelle Hilfe sichert Überleben bedrohter Amphibien – Trockenheit bleibt trotz kühlerer Tage eine Gefahr

Larve bei Trockenheit im Restwasser Larve bei Trockenheit im Restwasser  (©BUND Sachsen)

Mittelsachsen. Was tun, wenn nach Wochen der Hitze ein Bach kaum noch Wasser führt und selbst einsetzender Regen die ausgetrockneten Böden nicht tiefgehend mit Feuchtigkeit versorgen kann? Genau vor dieser Frage standen drei aufmerksame Anwohner und Anwohnerinnen in Mittelsachsen, als ein Zufluss zur Zschopau in den vergangenen heißen Wochen zusehends austrocknete. Sie leisteten schnelle Hilfe: Sie nahmen ein paar Wassereimer, holten Wasser aus dem nahegelegenen größeren Bachlauf und füllten damit die Bachabschnitte auf, die trockenzufallen drohten.

Damit retteten sie die Feuersalamander-Larven vor dem Austrocknen ihrer Lebensräume. Dank ihres Engagements konnten die Tiere die für ihr Überleben entscheidende Metamorphose abschließen. Bei einer aktuellen Kontrolle der Bachabschnitte wurden noch acht Larven gesichtet, die gute Chancen haben, in den kommenden Wochen als fertige Salamander an Land zu gehen.

Nach zwei Hitzewochen bringt der Sommer nun einige kühlere Tage. Für die laufende Woche ist verbreitet Regen angekündigt. Für die Feuersalamander-Bäche ist das keine Entwarnung: Sachsens Böden sind durch die vorangegangenen trockenen Monate und Jahre stark ausgezehrt, in weiten Landesteilen herrscht weiterhin moderate/schwere Trockenheit laut UFZ-Dürremonitor. Einzelne Regentage füllen zwar die obersten Bodenschichten kurzzeitig auf, die tieferen Wasserspeicher und damit auch die Quellbäche, aus denen sich die Lebensräume der Feuersalamander speisen, reagieren träge und erholen sich davon kaum.

Feuersalamander in Sachsen stark gefährdet

Der Feuersalamander lebt in den sächsischen Mittelgebirgen und bevorzugt kalte, sauerstoffreiche Quellbäche im Laubwald als Lebensraum sowie zur Entwicklung seines Nachwuchses. Die Amphibien gelten in Sachsen als stark gefährdet. Ihre Populationen sind teilweise so klein, dass jedes einzelne Tier zählt. Die Art steht stellvertretend für intakte, kleine Fließgewässer – Lebensräume, die in Zeiten der Klimaerwärmung als Kühlung und Wasserquelle immer wichtiger werden. Der BUND Sachsen e.V. ist seit 2021 im Landkreis Mittelsachsen aktiv, um die Vorkommen des Feuersalamanders zu erfassen und zu schützen. Doch die Bestände sind isoliert voneinander und bestehen häufig nur noch aus wenigen Tieren.

„Der Feuersalamander ist ein Warnsignal: Wenn selbst unsere letzten intakten Quellbäche austrocknen, versagt das System. Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gibt vor, was zu tun ist: mäandrierende Bachläufe, Rückbau von Hindernissen und Uferbepflanzung. Bürger:innen gehen bereits voran. Ihr Einsatz rettet heute Larven. Doch um Sachsens Gewässer langfristig zu schützen, braucht es auch politischen Rückenwind“, so Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen e.V. 

Feuersalamander-Larven benötigen für ihre Entwicklung circa vier Monate im Wasser und sind damit gerade im Hochsommer, wenn Bachabschnitte am ehesten trockenfallen, besonders gefährdet. Trocknen in dieser Zeit Bachabschnitte aus, überleben sie nicht. Die Art ist ein wichtiger Indikator für gesunde Ökosysteme und saubere Gewässer.

Der BUND Sachsen e.V. nimmt Sichtmeldungen zum Feuersalamander in Sachsen entgegen und realisiert Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern, um den Fortbestand der Amphibien zu sichern.

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Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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