BUND Sachsen kritisiert Einigung zu Elbe-Staustufe

30. Juli 2026 | Flüsse & Gewässer, Klimawandel, Naturschutz

Frei fließende Elbe darf nicht geopfert werden

Elbe-Niedrigwasser in Dresden Elbe-Niedrigwasser in Dresden  (BUND Sachsen/Carola Kunze)

Zur gestern bekannt gewordenen Einigung zwischen Sachsen und Tschechien über eine vertiefte Zusammenarbeit beim Projekt der Elbe-Staustufe bei Děčín erklärt der BUND Sachsen:

„Die Elbe ist einer der letzten frei fließenden großen Flüsse Mitteleuropas. Statt ihre natürliche Dynamik weiter einzuschränken, müssen wir sie angesichts der Klimakrise schützen und wiederherstellen. Eine neue Staustufe ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar“, so Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen.

Die ökologischen Risiken stehen in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen. Die geplante Staustufe wird wertvolle Flusslebensräume beeinträchtigen und den Druck erhöhen, auch auf deutscher Seite weitere Ausbaumaßnahmen an der Elbe vorzunehmen. Der Bau würde für Sachen auch keinen tatsächlichen Mehrwert bringen. Die deutsche Elbe bleibt weiterhin vom natürlichen Wasserstand abhängig, sodass auch die Güterschifffahrt in Richtung Hamburg nicht profitiert. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt dies deutlich: In den sächsischen Häfen wurden 2025 nur noch rund 12.000 Tonnen Güter auf Schiffe umgeschlagen oder entladen und das aufgrund anhaltender Niedrigwasserphasen.

„Wir erleben bereits heute die Folgen der Klimakrise mit längeren Trockenphasen und sinkenden Wasserständen. Gerade deshalb brauchen wir mehr naturnahe Flüsse, mehr Auen und mehr Wasserrückhalt in der Landschaft, nicht neue Querbauwerke“, so Ekardt weiter.

Hinzu kommt, dass eine Staustufe die Wasserqualität verschlechtern kann. Da das Wasser anschließend stromabwärts nach Sachsen fließt, wären auch die sächsischen Gewässer von den negativen Auswirkungen betroffen. Vor diesem Hintergrund ist die Einigung zwischen Sachsen und Tschechien aus Sicht des BUND zu kritisieren.

Der BUND verweist darauf, dass Sachsen seine Kräfte auf die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie richten sollte. Bis spätestens 2027 müssen die Gewässer ökologisch verbessert werden. Naturnahe Flüsse leisten dabei einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz, zur Klimaanpassung, zum Erhalt der Biodiversität und zur Sicherung unserer Wasserressourcen. Die Umsetzung dieser Ziele bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe.

Der BUND Sachsen fordert die Staatsregierung deshalb auf, sich für den Erhalt der frei fließenden Elbe und gegen den Bau der Staustufe einzusetzen. Die Zusammenarbeit mit Tschechien sollte stattdessen auf gemeinsamen Gewässerschutz, Renaturierung und klimaresiliente Wasserbewirtschaftung ausgerichtet werden. Die Zukunft der Elbe liegt in einem lebendigen Fluss und nicht in ihrer weiteren Verbauung.

Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

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