Appell: Ohne Bürgerenergie keine Energiewende

28. Juli 2026 | Energiewende, Klimawandel, Naturschutz, Ressourcen & Technik, Wirtschaft und Wachstum

Menschen befestigen Solaranlagen auf einem Dach Symbolbild  (©Adobe Stock | anatoliy_gleb)

Sachsen. In einer aktuellen Stellungnahme zur Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) spricht sich Sachsens Wirtschafts-Staatssekretär Sebastian Scheel dafür aus, Netzanschlüsse künftig vorrangig Projekten mit hoher industrieller Wertschöpfung zur Verfügung zu stellen. Der BUND Sachsen befürchtet, dass dadurch Bürgerenergie und kleinere Projekte ins Hintertreffen geraten. Gerade sie sind jedoch ein wesentlicher Motor der Energiewende und verdienen verlässliche Rahmenbedingungen.

Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie gelingt nur, wenn Menschen vor Ort mitgestalten können. Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Jahren mit kleinen Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern, Energiegenossenschaften und kommunalen Projekten Verantwortung übernommen und den Ausbau der erneuerbaren Energien maßgeblich vorangebracht. Diese Erfolgsgeschichte darf jetzt nicht gefährdet werden.

Prof. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen, erklärt: „Eine Energiewende, die vor allem auf wenige große Akteure setzt, verkennt die Stärke unseres dezentralen Energiesystems. Bürgerenergie schafft regionale Wertschöpfung, stärkt das Handwerk und den Mittelstand, erhöht die Akzeptanz vor Ort und macht unsere Energieversorgung unabhängiger und widerstandsfähiger. Gerade Energiegenossenschaften zeigen seit Jahren, dass Klimaschutz und demokratische Teilhabe Hand in Hand gehen. Statt den Zugang zum Energiesystem für kleinere Akteure zu erschweren, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Netzengpässe dürfen nicht dazu führen, Bürgerenergie auszubremsen. Vielmehr müssen Netze, Speicher und intelligente Flexibilitätslösungen konsequent ausgebaut werden, damit erneuerbarer Strom dort genutzt werden kann, wo er erzeugt wird.“

Der BUND Sachsen appelliert an die Bundesregierung und die Verantwortlichen in den Ländern, Bürgerenergie, Energiegenossenschaften und kommunale Projekte konsequent zu stärken, keine Verschlechterungen für kleine Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher vorzunehmen, Planungssicherheit für Investitionen zu schaffen, Beteiligung statt Konzentration zu fördern sowie Netzausbau, Speicher und Flexibilitätsoptionen zu beschleunigen, anstatt den Ausbau erneuerbarer Energien auszubremsen. Die Energiewende ist nicht nur ein Klimaschutzprojekt, sondern auch ein Resilienz-, Friedens- und Demokratieprojekt. Wer Bürgerenergie stärkt, stärkt regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Pressekontakt
BUND Sachsen | Barbara Braun | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | barbara.braun(at)bund-sachsen.de | 0351 84 75 44 70

 

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